rüheln,
rüllen,
rücheln,
V.;
zu
mhd.
rühelen, rücheln
›brüllen, wiehern, röcheln‹
();
zur Verwandtschaft mit
röcheln
vgl. .
1.
›brüllen, laut schreien‹ (von Menschen und Tieren; allgemein); im Einzelnen: ›grunzen‹ (von Schweinen); ›wiehern, schnauben‹ (von Pferden); ›schreien‹ (von Eseln); ›brüllen, heulen‹ (von Löwen, auch von bösen Geistern u. dgl.); ›pusten, schnaufen‹; von Menschen auch: ›laut weinen, jammern‹.
Obd.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , (V., unr. abl.) 2, 1, , (V., unr. abl.) 1a; 2; 3, , , ; vgl. , , 2, , ,
2
, , 1; 2, .
Wortbildungen:
rüchlig
.

Belegblock:

Sachs (
Nürnb.
1539
):
Tantzt ir auff dem ruck und armen, | Das sie [...] | [...] fieng an zu greynen und rüllen.
Ebd. (
1562
):
als er [der könig David] nun außgieng [...] | Auß der statte Jerusalem, | Betrübet hart, weynet und rüllet, | Vor leyd sein angsicht hett verhüllet.
Ebd. (
1561
):
Ich hab selbst Rosina [...] | Sehen herein gehn [...] | Mit irem angsicht verhüllt, | Da sie kläglich weynet und rüllt.
Ebd. (
1563
):
Erst kam der gramma
[›Gaul‹]
in den lauff | [...] | | Hin uber stöck und uber stauden | Mit lautem rücheln, schaumen, schnauden.
Vetter, Schw. zu Töß (
halem.
, Hs.
15. Jh.
):
Do wuͦchs er [der boͤs] vor ir angesicht, untz er fil nach an die tili schuͦg, und verschwand und lies ain michel húwlen und rúchlen hinder im uss.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
Wise oberkeit last die ruͤelende suw nit meister werden, nimpt dem brummenden stier das joch [...] nit ab.
Ebd.
5, 87, 26
:
als sich nun die puren allenthalben gerotet hatend, wie die ruͤchlige schwin.
Ebd.
276, 15
:
nach oberzelter ufruͦr [...] haben sich in andren [...] landen ouch [...] frefne muͦler zuͦsamen gerotet und geruͤhlet: „Hei, botz wunden, [...]“.
Maaler (
Zürich
1561
):
Rüchlen / Winssen wie ein schweyn in der brunst. [...]. Rüchlen / Gigagen. [...]. Das esel geschrey fuͤren. Rüchlender esel / Der rüchlet.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
wenne der vogel sein stimm üeben wil, sô senkt er sein haupt in daz wazzer und rüehelt mit der stimm auz dem wazzer.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
10, 34
(
tir.
,
1464
):
Vber in haben gerühelt die këczer als die leẅen.
Ebd.
16, 11
:
der tiefel, der ist vmgen als der rüchlent leẅ.
Ebd.
85, 19
:
als nu chom die aufgesëczt zeit [...], da chom der [...] chëczer in die chirchen [...] vnd süechet den diener vnd sun gottes, das er in wolt verschlikchen als der rühlent schreient leü.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
39
;
Pfeiffer, a. a. O. ;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
2.
›rasselnd atmen, röcheln‹.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 1,
2
; vgl. ,
2
, 1, .

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Gutture ædere sonũ. Guͤrgeln ruͤheln bluͤttern.
roͤcheln / wie die Sterbenden pflegen.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
als man den vermainten todten in den todenbaum gelegt, hat er richlen und sich zu bewegen angefangen.
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;