rostäuscher,
rostauscher,
der
;
–/-Ø
.
›Pferdehändler‹; auch abwertend gebraucht: ›betrügerischer Händler, Spitzbube‹; vgl. (
das
) 1; 2; 3; 4; 5; 6; 7, ; .
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 2, , , , , ; vgl. , , , .
Syntagmen:
der teufel den rostäuschern die triegerei geben
;
die rostäuscher
[wo] (z. B.
in / vor den stätten
)
pferde kaufen / verkaufen, sich
[wie]
mit der weide halten, beschliessen, das [...]
;
die weiber
(Subj.)
wie ein r. tun
;
verkäufe
(Subj.)
den rostäuschern verboten sein / werden
;
(der) schade
(Subj.)
den landen von den rostäuschern entstehen
;
die verdrehten / verschlagenen rostäuscher
.
Wortbildungen:
rostausch
›Pferdehandel‹,
rostauschen
(
das
; E. 13. Jh.),
rostauscherhandel
hier ›unlautere Geschäftspraktik‹ (dazu bdv. bzw. Orientierungsfeld: , , ),
rostäuschler
1 ›Pferdehändler‹; 2 wohl: ›Pferdeknecht‹ (dazu bdv.: ; vgl. 6, 2),
rostäuschlerei
(a. 1562).

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
3, 48, 10/12
(
preuß.
,
1448
):
von den rosztucheren ist boslossen [...], das die rosztucher in denselben steten und vor den steten ire pferde mogen vorkouffen und kouffen.
Luther, WA (
1537
):
[die Juden] hieltten das ehelich werden und weib nemen anders nicht den als einen Rosstaussch
(hier als negative Vergleichsgröße im Kontext antijudaistischer Polemik verwendet).
Gille u. a., M. Beheim
444, 152
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
er [teufel] gab sy [triegereie] in der kaff leut zünfft, | den ross teuschern, gremplern und kremern.
Voc. Teut.-Lat.
bb iijr
(
Nürnb.
1482
):
Roßtauscher odʼ roßhirt. mãgo odʼ grẽpler allerley v́kauffer.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
Die Weiber thuͦn wie ein Roßthuͤscher.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 280, 28
(
halem.
,
1508
/
16
):
Dahin [Lutzern] kament nun vil ross tüschler und kuͦflüt.
Maaler (
Zürich
1561
):
Rosszteüschler / Marschalck.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1608
):
auch komben andere gemaine unbestendige rumor- und andere verschlagne und verdräte roßtauscher- und vergleich-, [...] fitschlfätschl- und lumpenhändl unter man und weibern etc. für.
Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden
286, 16
;
Toeppen, a. a. O.
1, 683, 34
;
684, 6
;
Bolte, a. a. O. ;
Müller, Stadtr. Ravensb.
219, 16
;
Öst. Wb.
4, 1158
;
1166
;
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 100
;
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 247
ff.