rittermässig,
Adj.
/
Adv.
1.
›adlig, edelbürtig, von hoher Abstammung‹;
vgl. 1; 2,
1
16.

Belegblock:

Mannack, Rist. Pers.
145, 24
(
Hamb.
1634
):
denn wer weiß nicht daß auff dem gantzen weiten vnd breiten Erdbodem keine eintzige rittermessige Persohn ist zu finden / die man mit E(wer) Gnaden vergleichen koͤnte.
Ulner (
Frankf.
1577
):
Edel. Rittermaͤssig / eines Adelichen herkommens / von gutem Geschlecht / von hohem Stam̃ / durchleuchtig / hochgeborn / wolgeboren / von einem altẽ / tapffern Geschlecht / einer vom Adel / von der Ritterschafft.
Gille u. a., M. Beheim
453, 1395
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
sy warn alsant von erbern | Geslehten wol gesessig, | edel und riter messig.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1550
):
hat er den statvogt gebetten, daß er ine doch als ainen rittermessigen von adel nit also als ain dieb fueren lasse.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch. (
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
In dem land [...] Terra Ammiracionis, was gesessen graf Sattan von Aligemorum, under dem wart geboren ain rittermeͣzziger man.
2.
›einem Ritter (vgl. 2) in sozial-ständischer Hinsicht unter- oder gleichgestellt bzw. fähig, in den Ritterstand aufgenommen zu werden‹;
vgl. 1; 2,
1
11.
Rechtstexte, Chroniken.
Bedeutungsverwandte:
2, 2; vgl. 3, 2.

Belegblock:

Wattenbach, Urk. Czarnowanz (
schles.
,
1456
):
in vnser vnd vil Rittermesiger Erber knechte kegenwortikeit.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1605
):
wehr es aber ein rittermessiger so wer er verfallen der herrschaft zwaihundert pfunt pfening.
Ebd. (Hs.
1652
):
ein lantherr, rittermessiger oder ander ansechlicher vam adel.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
, o. J.):
ist er herr, so ist er ze wandl 32 ℔ ₰, ist er ain ritter 20 ℔, ist er ain rittermessiger 10 ℔.
Koller, Reichsreg. Albr. II.
188, 15
;
3.
›der adligen Vasallität zustehend, vorbehalten‹; ›spezifischem Lehnsrecht unterworfen‹ (von Gütern, Rechten);
vgl. 1,
1
12.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 2, 1.

Belegblock:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
91, 4
(
thür.
,
1474
):
unde hat er [...] syne rittermessigen unde dinstphlichtigen gutter, hofe unde gesesse [...] nach synem tode hinder sich gelaßin.
UB ob der Enns (
moobd.
,
1377
):
Daz wir von den erbern herren [...] gechoufft vnd ze lehen haben [...] die Vestt Rotenekk vnd alles das, das dartzuͤ gehoͤret [...] nichts ausgenomen an allay(n) Rittermezzigew Lehen, die habent sie jn behalten.
Ebd.
10, 117, 20
(
1382
):
nichts ausgenomen in deren obgenenter gülten vnd guet, dann allain alle rittermeßige lehen, die solten wir selbst leihen.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1495
):
rittermässige gueter sollen in jar und tag besucht und auch empfangen werden.
4.
›von ehrenhafter Gesinnung, den ethisch-moralischen Grundlagen adliger Existenz verpflichtet‹;
Bedeutungsverwandte:
vgl. 3, 1, 5, (Adj.) 3, 2; 3.

Belegblock:

Chron. Köln (
Köln
1499
):
do hatte der vurß keiser einen alzo koestelichen rittermaissigen man.
Wunderlich, Fierrabr.
41, 29
(
Simmern
1533
):
Fierrabras du redst als ein Rittermessig man.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
56, 23
(
schles.
,
1361
):
den [Schilt] ich wil vorantwerten, als ein Rittir messik man sinen Schilt czu rechte sal vorantworten.
Bartsch, Reinfrid (
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
an muote und an krefte | was er wol rittermœzic.
Qu. Brassó
5, 461, 12
(
siebenb.
,
1613
):
Die Stadt aber hat bemeldtem Szalonczky seiner rittermässigen Taten wegen eine stattliche schriftliche Beweisung geben und ehrlich verehret darzue.