qualität,
›Art, Wesen, Beschaffenheit, Natur‹ (von Lebewesen, belebter Materie); speziell: ›medizinische bzw. physikalische Primärqualität (Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Trockenheit)‹ (Gegenstand der Humoralpathologie); generalisierend: ›Eigenschaft, Eigenart, (charakterliches) Merkmal‹; vereinzelt mit der Tendenz einer positiven Wertung: ›gute Eigenschaft‹; auch: ›Kompetenz, Fähigkeit‹; bezogen auf Abstraktgegebenheiten: ›Bedingung, Voraussetzung‹.
Syntagmen:
die q. schmecken, etw. x qualitäten an sich haben
; die qualitäten
(Subj.) erscheinen, tot / verderbt, in got sein, wieder einander streiten, sich mit einander reiben
; j. auf die q. achten, der mensch aus vier qualitäten sein, etw. aus x qualitäten zusammengeplezt sein, etw. seinen ursprung aus einer q. nemen, j. nach der q. anders werden
; die q. der speise, die vier qualitäten des menschen
; die bittere / böse / herbe / natürliche / süsse / übernatürliche / unbegreifliche / verborgene q
.; der krieg, die art der qualitäten
; der unterschied in der q
., mittelmässig in den qualitäten
.Belegblock:
Adam [...] ist [...] nicht von der Substantz zu nichts worden / sondern nach dem Zufall / nach der Geschickligkeit vnd Qualitet ist er anders worden.
Erstlich ist die herbe qualitaͤt / darnach die suͤsse / darnach die bittere.
Ebd.
28
: die 2 qualitaͤten reiben und treiben sich so hart mit einander / und wallen so strenge / daß sie die hitze gebaͤhren.
Ebd.
150, 31
: Allein das ist zu beklagen bey dem Menschen / daß seine qualitaͤten verderbet und halb todt seind / darumb dan deß Menschen geist [...] in dieser Welt zu keiner vollkommenheit kommen kan.
das er
[der Mensch]
ist von vier elementen [...] und von vierley qualitaten oder naturen, das ist von hicz, keld, feuchtikeit und druckenheit. Ebd.
11, 83
: In dem leichnam hat er krieg der vier elementen und der vier qualitaten oder complexion, die wider einander streyten.
dise ding sein mer dann war gewesen, wann allein in Christo sein untereinigs erfunden worden itzo ernente vier unbegreiflich condicion, qualitet oder umbstend.
Diß weib deut die nachred. | Die hat an ir zwölff qualitet.
Im wein, so er an maß wirdt truncken, | So er anzünd der torheyt funcken | Inn der menschen vier qualitet.
Sudhoff, Paracelsus (o. J.):
in seiner jugent bis auf sein alter ist ein große underscheit in seiner potenz, impression, qualitet und art.