qualität,
die
;
-Ø/-Ø,-en
;
aus
lat.
qualitas
›Beschaffenheit, Eigenschaft‹
(
Georges, Neub.
2, 3995
).
›Art, Wesen, Beschaffenheit, Natur‹ (von Lebewesen, belebter Materie); speziell: ›medizinische bzw. physikalische Primärqualität (Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Trockenheit)‹ (Gegenstand der Humoralpathologie); generalisierend: ›Eigenschaft, Eigenart, (charakterliches) Merkmal‹; vereinzelt mit der Tendenz einer positiven Wertung: ›gute Eigenschaft‹; auch: ›Kompetenz, Fähigkeit‹; bezogen auf Abstraktgegebenheiten: ›Bedingung, Voraussetzung‹.
Gegensätze:
1.
Syntagmen:
die q. schmecken, etw. x qualitäten an sich haben
;
die qualitäten
(Subj.)
erscheinen, tot / verderbt, in got sein, wieder einander streiten, sich mit einander reiben
;
j. auf die q. achten, der mensch aus vier qualitäten sein, etw. aus x qualitäten zusammengeplezt sein, etw. seinen ursprung aus einer q. nemen, j. nach der q. anders werden
;
die q. der speise, die vier qualitäten des menschen
;
die bittere / böse / herbe / natürliche / süsse / übernatürliche / unbegreifliche / verborgene q
.;
der krieg, die art der qualitäten
;
der unterschied in der q
.,
mittelmässig in den qualitäten
.

Belegblock:

Pfefferl, Weigel. Gn. S.
178, 24
(
Magdeb.
1615
):
Adam [...] ist [...] nicht von der Substantz zu nichts worden / sondern nach dem Zufall / nach der Geschickligkeit vnd Qualitet ist er anders worden.
Böhme, Morg.R.
145, 24
(Hs. ˹
schles.
,
1612
˺):
Erstlich ist die herbe qualitaͤt / darnach die suͤsse / darnach die bittere.
Ebd.
28
:
die 2 qualitaͤten reiben und treiben sich so hart mit einander / und wallen so strenge / daß sie die hitze gebaͤhren.
Ebd.
150, 31
:
Allein das ist zu beklagen bey dem Menschen / daß seine qualitaͤten verderbet und halb todt seind / darumb dan deß Menschen geist [...] in dieser Welt zu keiner vollkommenheit kommen kan.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
8, 9
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
das er
[der Mensch]
ist von vier elementen [...] und von vierley qualitaten oder naturen, das ist von hicz, keld, feuchtikeit und druckenheit.
Ebd.
11, 83
:
In dem leichnam hat er krieg der vier elementen und der vier qualitaten oder complexion, die wider einander streyten.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
13
(
Nürnb.
1517
):
dise ding sein mer dann war gewesen, wann allein in Christo sein untereinigs erfunden worden itzo ernente vier unbegreiflich condicion, qualitet oder umbstend.
Sachs (
Nürnb.
1531
):
Diß weib deut die nachred. | Die hat an ir zwölff qualitet.
Ebd. (
1528
):
Im wein, so er an maß wirdt truncken, | So er anzünd der torheyt funcken | Inn der menschen vier qualitet.
Sudhoff, Paracelsus (o. J.):
in seiner jugent bis auf sein alter ist ein große underscheit in seiner potenz, impression, qualitet und art.
Schade, Sat. u. Pasqu. ;
Böhme, a. a. O.
145, 22
;
150, 1
;
28
;
154, 4
;
Gille u. a., M. Beheim
118, 479
;
599
;
Rot
344
;
Schulz/Basler
3, 18
 f.;
Eckel, Fremdw. Murners.
1978, 139
;
Barke, Spr. d. Chymie.
1991, 320
.