ortfrümmer,
der
;
–/-Ø
.
›für den Beginn unterschiedlicher Handlungen und Handlungsfolgen verantwortliche Person‹; im einzelnen: ›Anstifter‹ (eines Streites); ›Urheber, Gründer‹ (eines Glaubenstatbestandes); metonymisch: ›Autorität, Vollmacht‹ (der Heiligen Schrift);
vgl. 8.
Wobd.
Wortbildungen:
ortfrümde
(a. 1294; 1304),
ortfrümme
(a. 1278),
ortfrümmung
›Urheberschaft‹.

Belegblock:

Rennefahrt, Stadtr. Bern (
halem.
,
1384
):
die anreder und ortfruͥmer dis fridens
(Regestbeleg).
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
mag der inder da erzuͥgen mit zwein, daz der vsser ortfruͥmer
[des
an rentzens
]
was, so sol er ime noch der stat darumb nuͥtzit besseren.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
41, 18
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
Aber diz mag niht bestan, wan ez ist widerwertig der ortfrümung
[Vorlage:
auctoritas
]
der schrift, in welcher schrift daz der herre rede tuot von siner sele in Matheo.
Ebd.
58, 4
:
also ist offenbar, daz in Christo waren volkomenlichen alle gnad, die vergebens gegeben werdent, alse in dem ersten unde in dem vorderesten ortfrümmer
[Vorlage:
in principali Doctori
]
des glouben.
Ebd.
123, 7
:
der umbe so dankot er
[
Christus
; Vorlage:
auctor
]
gnade dem vatter, in erkennende für einen ortfrümer, alse ez offenbar ist in Matheo.