neufündig,
Adj.
›neue, ungewöhnliche Gedanken hegend; erfinderisch, findig, kühn; ketzerisch‹; meist mit negativer Konnotation in Richtung auf ›neuerungssüchtig, die Ordnung, das Bewährte gefährdend‹;
Bedeutungsverwandte:
2, 3; 4, , .
Wortbildungen:
˹
neufindigkeit
,
neufündigkeit
˺ (dazu bdv. bzw. Orientierungsfeld: ,
1
3, , 2; vgl. ,
die
, 4).

Belegblock:

Buch Weinsb. (
rib.
,
1578
):
inventio und fantasia ist auch gut, dan anderen sagen von mir, das ich gutte infel hab, das ich auch neufondich sult sin.
Rueff, Rhein. Ostersp.
838
(
rhfrk.
,
M. 15. Jh.
):
der troginer der sich nant eynen konnig, | der ist gewest so naufondig, | daz er sy uff erstanden.
Euling, Kl. mhd. Erz. (
nobd.
,
E. 15. Jh.
):
Ir hantwercker, seyt warhaft und getreẅ | [...] | seyt nit neẅfundig.
Lauterbach, Orhein. Rev. (
nalem.
,
v. 1509
):
Das tuͦt die neufundige beschwernus mit wuͦchern, sture.
wan alle nuͦfundikeit der herren vnd amptlut werdt nit lang.
Pfeiffer-Belli, Murner. Kl. Schrr.
7, 5, 2
(
Straßb.
1520
):
ES ist von vffrierigen vnd nüwfündigen [...] in ein zweifal ersetzet worden / ob das bapstenthuͦm [...] von Christo ihesu sei vffgestifftet.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
der gallen aigenkait ist unstætichait, tobung, behendichait, scherpfen der sinn, newvindichait, gedürstichait, hôhvart, gir.