Desidem esse. Faulen faulentzen muͤssig gehen ¶ nafftzen schnarcheln.
Mieder, Lehmann. Flor.
752, 8
(
Lübeck
1639
):
da [auff dem marckt] sahe er keinen Teuffel / alß einen auffm Thurn am Marckt gantz muͤssig stehen vnd zusehen.
Der wucher [...] macht sich feist mit missiggehen.
dan voll seyn und mussig gehn ist die groste plag auff erden, da alle ander plage her kummen.
Er [der glaubende Mensch] geht auch nit mussig; denn der glawb ruget und feyrt nit, thut und redt von Christo on unterlaß, ßo wirtt denn die wellt erweckt wider yhn.
Got wil nicht haben, das der mensch sol muͤssig geen. Darumb saget er zuͦ Adam: ,Im schwayß deines angesichts soltt du dein brot essen‘.
Enders, Eberlin
(
Wittenb.
1523
):
wann muͤssyg gon ist ain vrhab der laster vnd ain verderptnus des guͦtts.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
124, 2520
(
Magdeb.
1608
):
Wie sie derhalben meinen
[des Hahns]
bruder / | Da er viel muͤssig lag im luder / | [...] | Getoͤdtet haben / vnd gebraten.
Quint, Eckharts Trakt.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Der mensche ensol ouch niemer dehein werk sô wol genemen noch rehte getuon, daz er iemer sô vrî sol werden in den werken oder zu sicher, daz sîn vernunft iemer müezic sol werden oder geslâfen
(Übs. des Herausgebers: „daß er je so frei oder selbstsicher in den Werken werde, daß seine Vernunft je müßig werde oder einschlafe“).
Jostes, Eckhart
36, 2
(
14. Jh.
):
do der vater bluet alzemal den heiligen geist, waz tet der sun? ginch er muͤzig?
Neumann, Rothe. Keuschh.
3190
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
di unkuseheid den sere bindet | wen si mussig unnd vol vindet.
ein itlich sal mit den henden erbeiten | [...] | unnd mussig sin zu keiner ziit.
Palm, Veter Buoch
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Do begond in verdriezen mvzic zv siczene vnd begonde vz palmen matten vlechten.
Franck, Klagbr.
225, 3
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
das dise bodenlose muͤssige arbeitflüchtige leut mitt den arbeitern gleichen theil haben moͤchten.
Vetter, Pred. Taulers
(
els.
,
1359
):
dis muͤssig, inwendig ane Got und uswendig, die reissent recht die boͤsen geiste si ze bekorende.
Sant Paulus: ,die minne enwirt niemer muͤssig: sú wúrket. si lidet alle ding‘.
Strauch, Schürebrand
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
so mag der heilge geist nút muͤssig sin, er würcke kürtzliche soliche große werg in úch, die [...].
músiglich lernt sy [witwen] vmbgen die heuser: wann nit allein mússiglich
[
Luther
1545, 1. Tim. 5, 13:
faul
]
wann auch wortlich vnd húbschliche reden das nit gezimpt.
Anderson u. a., Flugschrr.
9, 6, 17
([
Straßb.
]
1524
):
Solcher glaub mag nitt muͤssig geen sunder muͦß vßbrechen gege͂ gott / in dancksagung.
Adrian, Saelden Hort
1134
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
Joseph, der do Marien was | gemehelt, selten múessig sas.
Marie fruͦ und spat | bettot oder nat | [...] | si mit nút muͤsig sas.
us dringet och unkúsche ger | die satten und die múesiger; | sam luͦfe, vresse, vaisse | tuͦnt gense bratten haisse.
Päpke, Marienl. Wernher
(
halem.
,
v. 1382
):
Das nid und hass | Nie muͤssig gesass.
Muͤssig / Der nichts zethuͦn hat. [...]. Muͤssig arbeiter / Die nichts zewercken habend. [...]. Ein Muͤssig oder faul jar / in de͂ wir nichts thuͦnd. [...]. Schreybens halb Muͤssig sein / Mit schreyben nit beladen sein. [...]. Sich daheimen enthalte͂ vnd Muͤssig sein. [...]. Muͤssig sitzen / Die hend auff der schoß / Das maul offen haben. Desidere. Muͤssig vnd traͤg sitzen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
(
oobd.
,
1349
/
50
):
waz er [ber] anplæst sô er müezig ist nâch der arwait und fneht, daz fault.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
(
smoobd.
,
17. Jh.
):
Kuplerische winkl und das müessig auf der pernhaut ligente volk.