männin,
1.
›Frau, Männin, Person, die – aus der Rippe des Mannes geschaffen (so 1. Mose 2, 21f.) – diesem von der
materie
, vom
fleische
, vom
bein
(vgl.
1
6) völlig gleich gedacht ist‹.
Texte der Sinnwelt ‚Religion‘.
Bedeutungsverwandte:
2;
4,
.
Belegblock:
Gille u. a., M. Beheim
3, 302
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Do nam Adam sein weib und nant sey virago, | das ist als vil gesprochen als ein Mennyn. | darumb so nennet er das weib also, | Recht als ir materg von seinr materg kumen was, | also was er der frauen namen nennyn.
diß fleisch ist von minem fleisch Dise wirt geruͦffen ein mennin wann sy ist genomen von dem man.
Jaksche, Gundacker
(
oobd.
, Hs.
1. H. 14. Jh.
):
er [Adam] sprach zu im: ,wer ist daz?‘ | er antwurt mit sinne: | ,ez ist ein mænnine.‘
2.
›Frau, der man die für den Mann geltenden Eigenschaften zuschreibt‹; zu
1
(
der
)
2.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1.
Belegblock:
Virago, inis, ein Mennin / ein manlich weib.
Virago, ein Männin / ein manlich Weib.
maͤnnin / Femme, femme vertueuse qui fau actes d’homme, Fœmina virilis.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
(
oobd.
,
1349
/
50
):
spring aber der sâm auz dem lenken gezeuglein des mannes in die rehten seiten der muoter, sô werde dar auz ain mänleich weib oder ain männinne.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
,
.
Belegblock:
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
(
oobd.
,
1349
/
50
):
die vorgenanten männinne habent die art, wenn si ie minner unkäuschent, sô si ie sterker sint und ie pezzer ze streiten.