manschlächtig,
Adj.,
mehrfach subst. gebraucht.
1.
›der Tötung eines Menschen schuldig; des Mordes schuldig‹; zu (
die
) 1.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): subst.: 1, 2, , 2, 1, , , .
Syntagmen:
j. (vor got) m. sein, j. (ane willen, ane vorsaz, mit der tat, von krieges / zornes wegen
)
m. werden
;
der manschlächtige man / mörder
; subst.:
die manschlächtigen töten / verderben, versameln
;
der manschlächtige
(subst.)
entrünnen, flüchtig werden, zu seinem lande keren
.
Wortbildungen:
manschlächtigkeit
.

Belegblock:

Kaeber u. a., Qu. Blankenb./Deutz (
rib.
,
1386
):
of eynich manslijchtisch man vur geheisscht wurde seyss wechen, [...], ind die da enbynnen nyet en erschene, den sall man verzellen.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. (
osächs.
,
1343
):
dô wart her irzcornet und sante sîne here: her vorterbite jene manslechtigen
[
Luther
1545:
Mürder
]
und intzundete ire stat.
Ebd. Joh. :
Ir sît ûz dem vatere dem tûfele und ûweres vateres begerunge wolt ir tuͦn. Der was manslachtic
[
Luther
1545:
Mörder
]
von beginne und stûnt nicht in der wârheit.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
18, 14
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Der manslechtik wirt, der hot keynen vryde.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1488
):
da warent wider in die stat gesamelt alle mörder, manschlechtig, verreter, dieb, alle [...], die meinaid warent, [...], die do groß schuldig warent.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
dornoch so er [bischof] abget der manschlechtig
[
Luther
1545, 4. Mose 35, 28:
Todschleger
]
kert wider zuͦ seim land.
Aber also vil ging aus feintschafft das auch durch etzliche noͤttige freund symonis geschahen manschlechtikeit.
v. Maren, Marquard. Ausgabe
68, 39
(
Venedig
1483
):
wer einen menschen tottet [...] anders dan mit dem rechten [...] oder als ein furste der des gewalt hat vnd der sundet dar an vnd ist auch manslechtig vor dem almechtigen got.
Mollay, Ofner Stadtr.
204, 3
(
ung. inseldt.
,
1. H. 15. Jh.
):
Wen eÿn Ofner Man slechtig wirt, was freitum ist ader hat Dÿ ofner haben den freÿtuͤm, ap ir eyner, der da hat weip vnnd chint, eynen fremden man slechtig wurd von geschicht, Ader einen andern, Aber suͤst groß vbil teth, was den, der schade wer, den er zu rettung seÿnes leibes het gethoͤn vnnd dar vmmb fluchtig worden wer.
Ebd.
260, 1
:
Also Mag eyn menschen manslechtig werden mit der thaͤt ane fursacz Vnnd ann willen.
Feudel, Evangelistar
128, 5
;
Palm, Veter Buoch ;
Koller, Ref. Siegmunds ;
Schmitt, Ordo rerum
291, 36
;
Vgl. ferner s. v. (V.) 5.
2.
›der Tötung, des Mordes an einem Menschen vergleichbar schuldig‹; zu (
die
) 4.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
177, 38
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
ein yder mensche | Der hie ist wider spensche, | mit has gegen sein pruder, der | volpringet einen tot slag swer | und ist ein mensch manslechtiger.
Barack, Teufels Netz (
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Der sin næchsten het als sich selb lieb | Der wær weder manslechtig noch ain dieb.
Si [abtissin, nunnen] muossend all in die helle min. | Si mürdend und sin manslechtig | Und sind lützel mer andechtig.