küssen,
kissen,
das
;
–/-Ø
.
›Kissen auf einer Bank oder einem Stuhl, Kopfkissen‹.
Phraseme:
jm. ein seidenes küssen setzen
›jm. unverdienterweise etw. Gutes tun‹;
jn. auf das küssen setzen / ziehen
›jn. sanft behandeln, jn. verweichlichen‹;
auf dem küssen sitzen
›vornehm sein‹.
Bedeutungsverwandte:
1
4,
1
, 1, .
Syntagmen:
ein k. aufschütten / kaufen / nähen / schütteln / überziehen / verlieren, jm. ein k. hinschieben / setzen / wegreissen, auf den bauch binden, unter den ars / die achsel legen
;
auf einem k. niederknien / sitzen
;
kutsche / sessel mit einem k., eier unter ein k. legen
;
altes / breites / federnes / geschnürtes / gestiktes / gestreiftes / grünes / kleines / kostbares / köstliches / ledernes / schlechtes / seidenes k
.
Wortbildungen:
küssenblader
›Bettdecke‹,
küssenpfülbe
,
küssensticker
(a. 1561),
küssentuch
(a. 1401),
küssenwerg
,
küssenzieche
,
küssenzipfel
(a. 1556).

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
745, 24
(
preuß.
,
1444
):
1 sydin kossen czum heiligen crucze des frytages.
Buch Weinsb. (
rib.
,
um 1560
):
An scharzen 4 ½ dosin kussenblader.
Ebd. (
1575
):
An linenwirk [...] 1 par zarte kuszeichen.
Rudolph, Qu. Trier (
mosfrk.
,
1539
):
er solle uf den zweien kissen, welche zwischen den beinen des herren scholtheißen liegen, sitzen zu einem zeichen des gehorsambs.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
119, 32
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Syn antlitz stünde als eyn breyt küssen.
Spanier, Murner. Schelmenz.
6, 32
(
Frankf.
1512
):
wir sind die nassen knaben, | Die es besser den die herren haben | Und sitzendt offt vff eynem küssen.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 424, 33
(
omd.
,
1431
):
VI geschnurte kossen, IIII slechte kossen.
Thiele, Chron. Stolle (
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Do knitte der kardinal nedder uff den kosssen mit blossem hoͤitte.
Gille u. a., M. Beheim
236, 88
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Die sich perhafftig machen, | auf die paüch pinden sy chussein.
Keil, Peter v. Ulm
146
(
nobd.
,
1453
/
4
):
So scholtu nemen ein kussen vnd pint es fest zu samen vnd leg es im vnter die achssel.
Fastnachtsp. (
nobd.
15. Jh.
):
Leg im palt untern ars ein küss!
Sachs (
Nürnb.
1554
):
Und legt sein handt auff den altar, | Auffs küs, und schwur ein herten aydt.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
er span syde [...] und negelte selber sine kutern und küssen.
Pfeiffer-Belli, Murner. Kl. Schrr.
6, 86, 17
(
Straßb.
1520
):
Denen sol der bapst deiner achtung ein seidin küssin setzen.
Goedeke, Fischart. Schiff/Kehrab
274, 732
(
Straßb.
1576
):
nach deiner schreiberart, | Die man ziecht auf dem küssen zart | Wilt du von andern auch urtailen.
Ebd. Flöh Haz/Rezept v,
3
(
1594
):
lege dise kreuter alle oder ain tail davon under die küßpfulwen.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Ain klaines kússin och da lag, | Dar uf dú maget ruͦwen pflag.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
ain vorscher, [...] legt hüenrair under ain küssein und sprach, er möht si sô lang dar under halten, unz hüendl dar auz würden.
Uhlirz, Qu. Wien (
moobd.
,
1482
):
ain alts gestraffts küss, ainn gestraifftn haubpolster.
Zingerle, Inventare (
tir.
,
1472
):
iiii küsse mit czerrissner leinbat v̈bertzogen.
Schmidt, St. Kastorst.
2, 279, 43
;
Struck, Klöster
140, 40
;
Euling, Kl. mhd. Erz. ;
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz. ;
Spanier, Murner. Narrenb.
16
, d??;
Fuchs, Murner. Geuchmat
1723
;
Schlosser, H. v. Sachsenh.
2798
;
Pfaff, Tristrant ;
Uhlirz, a. a. O. ;
Zingerle, a. a. O. ;