künlich,
künlichen,
Adj.
(selten);
Adv.
(meist).
1.
›tapfer, mutig‹; auch: ›dreist, übermütig‹;
zu .
Bedeutungsverwandte:
, ,
1
5, 1.
Syntagmen:
k. anschauen / ausbrechen / begeren / gebaren / herauskommen / reden / sagen / schreiben / springen, das ors k. manen, k. [wohin] gehen, sich k. unterwinden, zu [...], k. zum sturm antreten, mit jm. kämpfen
;
künliche art
.

Belegblock:

Chron. Magdeb. (
nrddt.
,
1565
/
6
):
dis Jar brachen sie [widerteufer] künlichen aus und begunten offentlich zu lehren.
Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Do begonde Heinrich van me Kranen | koinlich syn ors myt sporen manen.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
1206
(
Köln
1476
):
Tzorstunt gyngen dye Nuysser man | Ind traeden zom storm koenlych an.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1582
):
Sie sagen kuͤnlich: Vnser zungen | Frei plaudern sollen vnbezwungen.
Feudel, Evangelistar
59, 33
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
Do quam Joseph von Aromatia [...] unde kunlichen gynk her hyn czu Pylato und bat den licham Jesu.
Sachs (
Nürnb.
1560
):
Ich wil künlich kempffen mit dir.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
wil ich | Auch kühnlich vnterwinden mich | Den Minothaurum auch zu fellen.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
daz sprichet: gebarend kuͦnlich und manlich ir alle, die got getrúwent!
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
er [...] wil im entwichen nicht | durch sine kuͦnliche art, | Umb die er alles fliechen spart.
Sappler, H. Kaufringer
16, 90
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
die in der statt komen heraus | gar küenlich oun allen graus | und stritten mit den veinden.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
61, 548
;
Trunz, Meyfart. Rhet.
1, 328, 15
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel ;
Fischer, Eunuchus d. Terenz ;
2.
nur als Adv.: ›getrost, zuversichtlich‹.
Syntagmen:
k. denken, das [...], k. heraussagen, etw. k. bleiben / faren lassen / sagen / tun, jm. etw. k. glauben, jm. k. trauen, sich e. S. k. versehen, sich k. auf etw. verlassen, k. zu got beten, k. zu jm. gehen
.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Wolten getrewlich beistandt thun | Drauff solt er kuͤnlich sich verlon.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
200, 4790
(
Magdeb.
1608
):
Er wolt Gotts angesicht nicht schawen | Wenn ich jhm nicht duͤrfft kuͤnlich trawen.
Strauch, Par. anime int.
8, 16
(
thür.
,
14. Jh.
):
indarf der mensche nicht forten, her in muge mit allin sinen sachen kunliche zu Gode gein.
Schade, Sat. u. Pasqu. (Wittenb.(?) 1524/5):
sei getröst! ich bin mit dir: | Das soltu könlich glauben mir.
seine werck und wort sind eytel unbestandt, das glaub kuͤnlich.
Ebd. (
1542
):
Sondern mugt künlich vnd getrost dencken, das er selbs eben das mit euch rede, das yhr von mir horet.
Opel, Spittendorf (
osächs.
,
um 1480
):
das ein itzlicher mit dem andern ungefehrlich reden [...] mochte, das man vor der zeit kunlich nicht thun möchte.
Stambaugh, Friederich. Saufft.
13, 21
(
Frankf./O.
1557
):
so versihe dich kuͤnlich deß / was dir von Gott gedrewet wird.
Opitz. Poeterey
25, 19
(
Breslau
1624
):
ich mag kuͤnlich nach der Deutschen gebrauche sagen.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
die werk, die úch an dem gemuͤte des gebettes hinderent, die losse kuͤnlichen varn.
Sermon Thauleri
13ra, 31
;
Opitz. a. a. O.
35, 12
;
Vetter, a. a. O. .