kündigkeit,
die
.
1.
›Klugheit‹; auch ›Schlauheit, Verschlagenheit‹;
Bedeutungsverwandte:
, , 1, 3; 4, 3, , .
Gegensätze:
.
Syntagmen:
k. ansehen / fürlegen / haben / leren / rächen / schätzen / treiben, dem vogel k. geben
;
sein geträchte auf k. legen, jn. in seiner k. begreifen, jm. etw. mit k. angewinnen / nemen, etw. mit k. sagen, mit k. durchkommen, sich wieder die k. wafnen
;
k. des königs
;
böse / gewisse / grosse / listige / rechte k.

Belegblock:

Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
nu sullen wir wrechen | vre groisse kundicheit [...] | die ir vnd ducke hait vurgelaicht!
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
13, 48
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
so betrachte der mensch, wie er ettlich sund begangen hat [...] williclich auß gewißner kundikeit.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
die lúte hant ain boͤse kúndkait, es ist aber den lúten súnde, si gelichent sich den lúchsen, die hant ôch vil kúndekait.
Chron. Strassb. (
els.
,
1362
):
der burger schetzet nüt des kuniges kundekeit.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Der do begreyfft die weysen in ir kúndikeyt; und verwúst den rate der vbeln.
Schmidt, Rud. v. Biberach
164, 10
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Sehent an der minnerin andacht vnd ir kv̌ndikeit old ir vnphintnissi.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 236, 4
([
Augsb.
]
1548
):
Dann wer auff boͤse kündigkeit | Alles sein getraͤchte leit | Der wirdt selten ain hailig man.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
daz ist ain wunder von der nâtûr, daz si dem klainen vogel die kündichait geit.
der wein [...] ändert des muotes unwitz in ain kündichait oder kluoghait.
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
215, 128
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Wer [...] sich v̈ebt vnd waffent wider dy listig anweig vnd chundichait des pösen geist, der mag leicht angesigen.
Henschel u. a., Heidin
1553
;
Vetter, Pred. Taulers ;
Koppitz, Trojanerkr. ;
Barack, Teufels Netz ;
Haltaus, Liederb. Hätzlerin ;
2.
›Hoffart, Hochmut‹;
Bedeutungsverwandte:
.
Gegensätze:
.
Syntagmen:
die k. von sich tun / werfen
;
hochfertige / innere k.
;
könig der k.
;
des lebens k.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Alsô lange als dâ iht ist wandelwerticheit, ez sî kündicheit oder zorn oder trûricheit, daz bedecket die vernunft.
Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
deser stein der othmute sich glichet, | di ist vor daz vallende obil gut | daz den menschen vallen tut, | daz ist hochvertige kundikeit.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Waz irhebet dich din herze | Mit der inneren kundekeit, | Diner innern hochvart gereit?
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Dar uf ein meister sprichet: | Die kundikeit zu brichet | Alle tugentliche pfat.
Schönbach, Adt. Pred. (
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
Got hat dir geben state und zit und du kerest iz alles zu kundichait und zu hohmŭete.
Fischer, a. a. O. ;
Karsten, a. a. O. ;
Schönbach, a. a. O. .
3.
›Wissen, Kenntnis e. S.‹;

Belegblock:

Stackmann u. a., Frauenlob
8, 8, 14
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
ez türren ander liute künden unde sagen | daz offenbar | wirt iu di kündikeit.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
sy [weisheit] weis die kundikeit der wort vnd die enpindungen der verborgen.