küemaul,
das
;
–/-er
+ Uml.
1.
›Maul der Kuh‹;
zu ,
1
1.
Phraseme:
jm. ein küemaul anhenken
›jn. verspotten, ins Gerede bringen‹.

Belegblock:

Fischer, Folz. Reimp.
3, 499
(
Nürnb.
1480
):
Leüten das kümaul anzuhencken, | Macht an der lest nicht guts gedencken.
Sachs (
Nürnb.
1536
):
Hüt dich vor im, wann er wol kan | Den mägtn das küemaul hencken an!
Ebd. (
1560
):
die frawen [...] | Nemen an, was er in thut schencken, | Darfür im das kümaul anhencken.
2.
›breite Kappe an einem Schuh‹.

Belegblock:

Thiele, Chron. Stolle (
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
dar noch komen dy breyten scho, als dy kuͤmuler [...] mit uber slegen.
Fischer, Folz. Reimp.
28, 181
(
Nürnb.
1488
):
Der fünft prangt in eim weissen schuch | [...] | Ein teil haben kümeüler vorn.
3.
abwertend für ›Schweizer‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , 2, .
Syntagmen:
jn. k. nennen
;
jn. als k. anreden
.

Belegblock:

Jörg, Salat. Reformationschr.
210, 12
(
halem.
,
1534
/
5
):
wie die Zürcher / die 5 ortt namptend [...] milbengel / kuͤmüler etc.