krücke,
die
;
–/-n
.
1.
›Stab für verschiedene Zwecke, bes. zur Stütze von behinderten Personen‹; auch: ›Krummstab des Bischofs‹, ›Amtsstab einer Zunft‹.
Bedeutungsverwandte:
1; 4, 1.
Syntagmen:
eine k. in die hand / unter den arm nemen
;
an / auf einer k. gehen / hinken, jn. mit einer k. schlagen / stechen, sich mit krücken rüsten
;
hohe k
.
Wortbildungen:
krückelecht
(a. 1511).

Belegblock:

Goedeke, P. Gengenb. (o. O.
1516
):
Wie wol ich gang an einer krucken | Wolt ich mich dañocht früntlich schmucke͂.
Helm, H. v. Hesler. Nicod. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Also was daz edele ris | gewassen sam ein crucke.
Loesch, Kölner Zunfturk. (
rib.
,
1452
):
ist gesciet, dat derselve Symon ist geslagen mit einre krucken.
Chron. Köln (
Köln
1499
):
solden si [...] mit dem swerde urdelen vechten ind striden, die vurhin plaigen zo gebruichen ein staf mit einre krucken.
Karnein, Salm. u. Morolf
194, 4
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
gibest du mir einen slag, | ich vergilte es dir mit dirre krucken.
Keil, Peter v. Ulm
254
(
nobd.
,
1453
/
4
):
Zeucht er das pein von im vnd zu jm, so get er wol auff krucken.
Fastnachtsp. (
nobd.
,
n. 1494
):
Die müeßen alle gemain | Auf stelzen kriechen und auf krucken.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
Ein lantstreicher [...] warff von im sein bettelsack | Sambt zweyen krucken in die heck.
Lemmer, Brant. Narrensch.
63, 65
(
Basel
1494
):
Der gat vff krucken so mans sicht.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
sú [...] machtont ain crucz der selben frist | Als sam ain kruke geschaffen ist.
Helm, a. a. O. ;
Karnein, a. a. O.
500, 5
;
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
151, 6
;
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
6, 14
;
Kurz, Murner. Luth. Narr ;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .
Vgl. ferner s. v. .
2.
›Ofenkrücke, Instrument mit rechtwinklig angebrachtem Blatt zur Reinigung von Feuerstellen‹.
Bedeutungsverwandte:
1, , , 1.
Wortbildungen:
krückenschaber
(a. 1582).

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
195, 27
(
preuß.
,
1420
):
1 yserin kruͤcke.
Ders., Marienb. Ämterb.
9, 37
(
preuß.
,
1437
):
1 par crocken.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
E. 15.
/
A. 16. Jh.
):
da wolten die kinder herauß [aus dem ofen] fliehen, da nam er ein krucken und stieß sie wider hinein.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1450
):
der hofmaister soll all nottürft zu dem kessel und chrautsieden haben [...] 2 gapeln, 2 krucken etc.
Vgl. ferner s. v. .
3.
›Stecken an einer Gastwirtschaft als Zeichen des Schank-, Wirtungsrechtes‹.

Belegblock:

Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
das kainer wirtschaft halten oder [...] zu essen geben soll [...] es sein dann sach, das er ain öffentlich krücken heraus hab gesteckt.
4.
›Hacke, Kratze‹.

Belegblock:

Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
159, 4
(
nobd.
,
1475
):
sollen sie alle [...] bede rynne des Marckt abehelfen reynigen mit iren krucken.
5.
›Bügel, in welchen der Schütze beim Spannen der Armbrust den Fuß einsetzt‹.

Belegblock:

Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
305, 9
(
halem.
,
1404
/
5
):
iij lb ℔ gaben wir Hans Ernst, dem schmit umb kruken uf arnbrust.
6.
ein Werkzeug der Salzsieder.

Belegblock:

Patocka, Salzwesen.
1987, 238
(
oobd.
,
1595
):
Khruckhen, Perschaufl Sÿ brauchen hier.
7.
›Stange für Falken‹.

Belegblock:

Hampe, Ged. v. Hausrat
4, 23, 7
(
Straßb.
um 1514
):
So mit magstu dich wol kurtzwylen [...] Vogelgarn / Krucklen / Hawen vñ ouch Pfelseyl.
Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 126
(a. 
1480
).