krös,
kröse,
das
;
auch
/-e;
in 2 auch auch
-er
(erstere Form).
1.
›Fett um das Eingeweide, Gedärme‹; mehrfach metonymisch auch ›Eingeweide‹; ›Bauch‹; ›Brust‹.
Phraseme:
das krös jm. zum ars / zum andern loch ausgehen
.
Bedeutungsverwandte:
, (Subst.).
Syntagmen:
das k. auserziehen / ausstossen / behalten / essen / fällen / reinigen / saubern / verlieren
;
das k.
(Subj.)
ausbrechen / ausgehen / entfallen
;
sich um das k. beissen
;
des leibes k.
;
verstopfung des k
.
Wortbildungen:
krösader
(a. 1642),
krösei
›mit
krös
zubereitetes Ei‹ (a. 1557),
krösgeäder
(a. 1632).

Belegblock:

Holtzmann, Gr. Wolfdietrich (Hs.
15. Jh.
):
er schriet im eine wunden, daz im do zu hant | das kröse an den stunden brach uz des libes want.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Frassens vnd hetten ein groß gedoͤß, | Bissen sich weydlich vmb das kroͤß.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 353, 23
(
hess.
,
1377
):
wer fehe stichet und das blut in den dreg lesset lauffen oder kroese in dem slagehuse ußstieß [...] der verluset 10 heller.
Fastnachtsp. (
nobd.
,
n. 1494
):
dar ir doch nit drumb zuosprechen, | Das möcht mirß herz im kroß zuoprechen.
Ebd. (
15. Jh.
):
so will ich dich so ser schlagen, | Das dir enpfellt das krös und den magen.
Sachs (
Nürnb.
1528
):
Die kalbsköpff, magen und die kröß, | Pfeffer und sultz die waren nit böß.
Ebd. (
1553
):
Ey, ey, potz hiren, kröß und angst!.
Roloff, Brant. Tsp.
488
(
Straßb.
1554
):
So ich [...] außerzihe das kroͤß zuͦ stunden | Hab ich disen gulden ring darin gfunden.
Bächtold, N. Manuel. Barb.
178, 1256
(
Zürich
1526
):
Ich schlach noch den kätzerischen unflat, | Dass im’s krös zum andern loch us gat!
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
966, 32
(
halem.
,
1497
):
sol der visch verkoͤifer im selbs da von núcz behalten, weder das kroͤs noch anders.
Ukena, Luz. Sp.
567
(
halem.
,
1575
):
Ob einer wölltt Tyrannisieren | Kopff vnd krös müßt er verlieren.
Chron. Augsb. 2, 167 A. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
das man ain yeglich berait kalb, so hut, kopff, glung, croͤs, fuͤß und eingewaid davon kompt, wegen sol.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
37, 6
;
Geier, Stadtr. Überl. ;
Lemmer, Brant. Narrensch.
87, 10
;
Schlosser, H. v. Sachsenh.
4915
;
Niewöhner, Teichner
173, 72
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
2.
›gefalteter Kragen, Halskrause‹.
Bedeutungsverwandte:
3,
1
.
Syntagmen:
ein k. umhaben
;
im k. erscheinen, jn. / etw. mit einem k. zieren
;
dickes / durchsichtiges / gespitzeltes / glattes / grosses / hohes / kurzes / langes / seltsames k
.
Wortbildungen:
krösauftuerin
›mit der Herrichtung einer Halskrause beauftragte Frau‹ (a. 1617),
kröserdrat
›Faden zum Festhalten einer Halskrause‹ (a. 1616),
krösereisen
›Bügeleisen zum Falten einer Halskrause‹ (a. 1628),
krös(er)leinwand
(seit 1626),
krös(er)tuch
(seit 1626),
kröskrage
(a. 1628),
kröslerin
›Büglerin‹ (a. 1644).

Belegblock:

Hampe, Nürnb. Ratsverl.
2, 518, 10
(
nobd.
,
1617
):
sein die herren [...] erinnert worden [...] ingedenck zu sein, auch den guldenen spitzen an den krösen eine gewise mas zu geben.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern (
halem.
,
1628
):
sind verbotten die abschüchlichen grossen, dicken und langen kroͤß an mann und wyb.
Die im Oberland [...] sollen sich [...] der hoffart [...] in kroͤsen [...] gaͤntzlich muͤssigen.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
2064
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein florentinisch weibsgesichtlin mit grossem kreß.
Struck, Joh. Pfannstiel
266, 10
(Regestbeleg),
Rennefahrt, a. a. O. ;
Vorarlb. Wb.
2, 169
.
3.
ein Gebäck; für einen eigenen etymologischen Ansatz plädiert das .

Belegblock:

Fastnachtsp. (
nobd.
,
15. Jh.
):
Also schol sein mein gekös, | Das sie zum wein pringen zwai krös.