erösen,
V.
›etw. leeren‹; häufiger ütr.: ›jn. / etw. stark beanspruchen, erschöpfen; schädigen‹; speziell: ›etw. (ein Gebiet, Ressourcen) übermäßig ausschöpfen, überbeanspruchen‹; von Ländern u. dgl.: ›etw. verheeren, verwüsten‹; vgl. 4; 8,
1
;
2
.
Gegensätze:
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
5, 695, 36
(
preuß.
,
1522
):
[unser renthcamer] also eroͤst und erlert ist, das wir den costen, so uf solche reis und zug ghen will, daraus darzulegen nit vormogen.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1603
):
Dannenher geschahe es, daß die Frantzosen die stadt Rom von wehrhafftigen männern gantz eröset und ledig funden.
Franck, Klagbr.
225, 12
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
wo ist yhe ein gemeiner nutz so schedlich von disen scorpionen [muͤssige arbeitflüchtige leut] gepluͤndert verheret vnd eroͤset worden?
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
die land sind eroͤst, und findt man uberal kein gelt.
Rennefahrt, Gebiet Bern (
halem.
,
1605
):
die visch ungeacht der zyt, darin sy ze vachen verpoten [...], ouch mit verpotnen garnen gefhangen, hiedurch mehrtheils der samen verderbt und die waßer eröst worden.
Bächtold, N. Manuel. Papst,
73, 1122
(
Zürich
1525
):
Sie sprach: die kindbette hat mich ganz eröst, | Doch hab ich ein guldin us eiern gelöst.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. ;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. ;