erkülen,
V.
›etw. / jn. (ab)kühlen, erfrischen; die Hitze mildern, reduzieren‹; refl.: ›sich abkühlen, erfrischen‹; teils im Sinne der Humoralpathologie; ütr.: ›etw. (z. B. Erregung, Zorn) abschwächen, lindern, zum Erliegen bringen‹; zu 2, vgl. 1; 2; 1; 2.
Phraseme:
sein herz erkülen
›jm. etw. offenbaren, sich jm. anvertrauen‹;
seinen mut / sein gemüt (an jm.) erkülen
›seinen Zorn, seine Wut (an jm.) abreagieren‹.
Bedeutungsverwandte:
1, 4, ; vgl. 1; 2.
Syntagmen:
jn. e., (jm.) etw
. (z. B.
die zunge, das herz
)
e., jn. / etw
. [wie] (z. B.
inwendiglich, mit trost, gunst
)
e., etw
. (Subj., z. B.
ein wassertropfen
)
jn. e., j. / etw
. (Subj., z. B.
ein hirs
)
sich e
.
Wortbildungen:
erkülung
›Abkühlung, Erfrischung‹ (auch ütr.; dazu bdv.: 2).

Belegblock:

Luther, WA Bibel (
1524
):
Er lesst mich weyden da viel gras steht, vnd furet mich zum wasser das mich erkulet
[
Mentel
1466:
wasser der widerbringung
; nd. Bibel 1478:
der weddermakinghe
;
Dietenberger
1534 /
Eck
1537:
der erquickung
;
Froschauer
1531:
zu stillen wassern
;
Luther
1545, Ps. 23, 2:
zum frischen wasser
].
Rueff, Rhein. Ostersp.
155
(
rhfrk.
,
M. 15. Jh.
):
ach hetten wir ene hie in unser pin! | wir wollen erkulen unsern mut: | iß dede eme sicher nommer gut.
Schönbach, Adt. Pred. (
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
sende mir Lazarum zu troste, daz er netze daz ende sines vingeres und erchuͦle mir mine zuͦngen, wann ich brinne.
Sachs (
Nürnb.
1537
):
Ich will | Mich inn dem see erkülen, | Bey dem gestat umb wüln.
Ebd. (
1562
):
Ein weib vol tugend, trew und güt, | Und hat ein bestendig gemüt, | Kan deß manns hertz mit trost erküln.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
362, 27
(
els.
,
1362
):
Do stunt ein engel bi ime [sant Erasmus] vnd erkulet in daz ime dis alles
[
bly, oley, bech
usw., mit dem er begossen wurde]
nút enschatte.
Illing, Albert. Sup. miss.
1004
(
els.
,
n. 1380
):
dis trang trenket so werliche alle die, die sú enphohent, daz sú indewendecliche also werdent erkuͤlt von der gnoden gots [...], daz in in verloͤschet die hitze vnd begirde liplichez lustes vnd weltlicher eren.
Maaler (
Zürich
1561
):
Sein hertz Erkuͤlen / Sagen das eim am hertzen ist / Sich gegen einem entdecken vnnd aufthuͦn.
Lemmer, Brant. Narrensch.
80, 29
(
Basel
1494
):
Wie guͦt der schne erkuͤlung gyt | Wann man jn fyndt jnn summers zyt.
Chron. Augsb. Anm. 2 (
schwäb.
, zu
1561
):
hat er, Schertlin [...] bis in die zwaihundert schüß uf sie gethon [...] und also sein unruewigs, stoltz gemuet so lang wuetend erkuͤlet, bis die unsern [...].
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
diu lung sei ain wintvanch, der den luft auz und ain füert, dâ von daz herz erküelt wirt.
die vogel, die habent ain klain lungen und trucken an ir selber, und dar umb dürst sie wênig [...], wan si klain nâtürleich hitz habent in irm leib und erküelent sich mit der wegung der lungen.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
35, 9
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Du allerpester / tröster, | du süesser geist, der sele | ain süesse erküelung, | in der arbait ain rue.
Pyritz, Minneburg
1509
;
Gille u. a., M. Beheim
81, 50
;
Vetter, Pred. Taulers ;
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel
151
;
Qu. Brassó
4, 23, 4
;