trinitat,
trinität,
die
;
-Ø/–
; auch mit lat. Flexionsendungen;
zu
mhd.
trinitât
›Dreieinigkeit‹
(); dies aus
mlat.
trinitas
›Heilige Dreifaltigkeit‹
(
Kluge/S.
2011, 930
; ).
›Dreifaltigkeit, Dreieinigkeit‹; in der christlichen Glaubenslehre das zentrale Geheimnis der göttlichen Dreipersonalität, die Einheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist, semantisierend / pragmatisierend; in den Belegen bezogen auf das Wesen und die Eigenschaften Gottes, auf die drei Personen Gottes (besonders den Sohn), auf die Auseinandersetzung des Christentums mit dem Judentum, auf das Abbild der Dreifaltigkeit in den Kreaturen, auf die Dreifaltigkeit als personalisierten Handlungsträger.
Überwiegend Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
8, 1011
ff.;
LThK
10, 360
ff.
Phraseme:
im namen der trinitat
(als Ermächtigungs- und Autorisierungsformel).
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): (
die
), 1; 2; 3; 5, , 1, 4, 1; vgl. , 8,
1
1, 1,
1
(
das
) 7, 5.
Syntagmen:
die t
. (Subj.)
geert, der natürlichen ungenosse, durch etw. geursacht sein, etw. erbauen, etw
. (z. B.
das wort
)
sprechen, noch anfang noch ende haben, jm. etw. beweisen
;
j. / etw
. (z. B.
keine kreatur
)
der t. gegleichet werden
;
etw
. (z. B.
alleluja
)
auf die t. ziehen, j. in der t. sein, j
. (z. B.
die meid
›Jungfrau Maria‹)
mit der t. helfen, j. nichts mit der t. zu schaffen haben
;
die benedicte / ganze / gedreite / götliche / heilige / hochgelobte / hohe / unbegreifenliche / ware t
.;
die mutter, fustritte der t., die wirdigkeit trinitatis
;
der schöpfer / son in seiner t., got mit seiner t
.
Wortbildungen:
trinitatis
›das Dreifaltigkeitsfest; Trinitatis‹ (am 1. Sonntag nach Pfingsten).

Belegblock:

Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
ja an dir [Maria] leit di trinitatis wirdekeit, | got von dir enpfing di menscheit.
Laufs, Reichskammergo.
215, 26
(
Mainz
1555
):
Vom Pfingstag abent biß an den Sontag Trinitatis alles eingeschlossen.
Sudhoff, Paracelsus (
um 1530
):
nun ist das wort auch dreifach gewesen, dan die trinitet hats gesprochen.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
4711
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Der [cristenhait] wirde und ere ist also brait | Das sÿ die hailge trinitat | Sinem sun gemaͤchelt hat.
Rot
357
(
Augsb.
1571
):
Trinitet, Dreyfaltigkeyt / die drey person Gottes in eim einigen wesen.
Klein, Oswald
15, 19
(
oobd.
,
um 1410
):
hilf, mait, mit ganzer trinitat, | und las uns nicht der helle vas!
Niewöhner, Teichner
236, 75
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
der pyscholf graiff im auf daz har: | ,ich leich ew disew chirchen dar | in dem namen der trinitat.‘
Ebd.
332, 11
(Hs.
n. 1400
):
also ist end und anvanch | got mit seiner trinitas.
Ebd.
564, 3450
:
mit der trinitat | wellen si [juden] nichtzen haben zeschaffen.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1954
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Got wirdet gehaissen die sunne der gerechtichait [...] darumbe das die fueztritt der heyligen trinitet in der sunnen gespüret werden.
Ebd.
2006
:
Nu ist czu merkchen, [...] daz etleich geleichnüss der driualtichait in den creaturn erfunden werden, aber chain creatur ist, die in allen dingen der trinitet geleichet werd.
Ebd.
2043
:
die grözz, die czïr, der nücz der creatur beweyset dir die trinitet: Die grözz den gewalt des vater, di schön vnd czir die weishait des suns, der nücz die gütichait des heyligen geistes.
Fischer, a. a. O. ;
Froning, Alsf. Passionssp. ;
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel
142
;
Niewöhner, a. a. O.
464, 1947
;
564, 3168
;
Höver, Bonaventura. Itin. B
457
f.;
Munz, Füetrer. Persibein
229, 4
;
Reithmeier, B. v. Chiemsee ;
Schulz/Basler
5, 464
ff.;
Vgl. ferner s. v. 1, 1, .