symbol,
das
;
aus
griech.
symbolon
(von
syn
›zusammen‹
und
ballō
›setzen, stellen‹
), mit weiteren Erläuterungen:
Léon-Dufour, Wb. NT,
385
.
›höchstmögliche, sinnlich fassbare Verdichtung einer umfassenderen Wahrheit‹; speziell: ›Glaubensbekenntnis‹; generell: ›Bild, Skizze‹ (z. B. ein Wasserzeichen) oder ›sprachliches Zeichen‹ (z. B. ein Motto) für eine Erkenntniseinheit und eine damit verbundene Handlungsaufforderung.
Bedeutungsverwandte:
4, , 3,
1
2, , .

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
802, 26
(
Lübeck
1639
):
hat Hertzog Wilhelm zu Beyern getrewe Vermahnungen gehalten / welches sein Symbolum erweiset / agnosce amp; emenda.
Luther, WA (
1527
):
[die schwermer] machen aus dem abendmal ein symbolon, das ist ein malzeichen, da bey man die Christen eusserlich erkenne, wie man die bettler und Juden an den gelen rincken kennet.
Ebd. (
1528
):
wo ist solche gleichnis ym brod und becher weins? Denn wo eine figur, symbolum odder gleichnis sein sol, da eins das ander bedeuten sol, da mus ia etwas gleichs ynn beiden angezeigt werden, darauff die gleichnis steh.
Ebd.
396, 10
(
1528
):
vmb das brod mus einer solchen weise ym abendmal gehandelt werden / damit es ein gewisse gleichnis vns fǔrbilde / des leidens vnd sterbens Christi / da durch wir seinñes leidens teglich gedenñcken / auff das es ein recht symbolum odder warzeichen sey / seines leidens [...] gleich wie die tauffe.
Ebd. (
1536
/
9
):
Das erst Symbolum der Apostel ist zwar das aller feinest, das kurtz und richtig die Artickel des glaubens gar fein fasset.
Gropper. Gegenw. B (
Köln
1556
):
so hette er [Christus] seine zuͦsage bei Johãne [...] in seinem H. Abentmal nit geleist / Leistete auch vns dieselbig noch nit / durch die Reichung der Symbolen oder zeichen [...] sonder [...].
wan vnser Glaub durch erinnerung vnd betrachtung der Symbolen / so feürig vnd brünstig wirdt / daß er ghen Hymel fare.
Perez, Dietzin
1, 43, 24
(
Frankf.
1626
):
Von dem fuͤrtrefflichen Philosopho Aristotele dichten die Alten / als neme er seine Schrifften auß dem Hertzen einer Schlangen: Dieweil sie das Symbolum oder Zeichen der Weißheit / Listigkeit vnnd der Vernunfft ist
(Bezug auf das Wasserzeichen eines Papiers).
Mathesius, Passionale (
Leipzig
1587
):
Vnd vermahne euch / das jhr euch dis Capitel wollet ja lassen [...] befohlen sein / vnd als des heiligen Propheten Esajæ bestes vnd festes Symbolum oder Bekentnis seines Glaubens achten.
Reichert, Gesamtausl. Messe
85, 42
(
Nürnb.
um 1480
):
Nach dem Ewangelio volget nach der vorgenant Gelaub. den man nent Simbolum. Wann nach dem verkuenden und lere der wort des heyligen Ewangelii volget nach der Gelaub.
Mathesius, a. a. O. .