supfen,
V.;
zur Herleitung s. .
1.
›etw. aufschlürfen, schlürfend trinken‹ (von Personen gesagt); seltener: ›etw. einsaugen, aufsaugen‹ (über Sachen gesagt).Gehäuft obd.
Syntagmen:
j
. (auch: ein Tier) etw
. (z. B. eine brühe, ein ei, ein brünlein / müslein, majoran / wasser
) s., etw. durch ein ror s
. (z. B. in die nase
), die flamme das öl aus dem docht s
., [eine Mauer] den regen an sich s., j. das vögelein s. lernen, die mücke
(Subj.) am wein s
.; subst.: das tischtuch beim supfen trocken bleiben
›das Tischtuch wurde so gierig abgeschleckt, dass es trocken war‹.Wortbildungen:
supf|ei
süpfeln
supfrig
supfung
Belegblock:
Du vast zuͦ vil vnd krenckst din glider, | Supf das bruͦgly vnd leg dich nider!
Die kindly [...] lassendt sich do mercken auch, | Das sy zuͦ essen gendt dem gouch, | Vnd lernen das zart voͤgly suppen, | Als werens kinder mit den buppen
(Schreibung
suppen wohl reimbedingt).
Und sauftens auf [...] | Daz das tischtuoch also truken | Belaib da pei von irem supfen.
Süpffle (das) Kleins tränckle. Sorbitiuncula. Süpfflen / Sürfflen / Sanfft eynhin schlucken vnd abhin lassen. [...]. Sürfflen / Süpflen / Suͦch Süpfflen. Ein ey auß Sürpfflen. Sorbere ouum. Jn sich Sürfflen. Persorbere. Das Sürfflen / Sürffleten. Sorbitio.
Supffen / Sürfflen / als ein ey oder bruͤylin. Exorbere. Wider einhin Süpffen oder sürfflen. Reforbere.
Supffeyer [...]. Ouum molle.
der das er
[eine Mauer]
die regen verschmacht, der das ers bald an sich supfft unds uss lond. v. Bahder, Wortwahl.
1925, 116
.