supfen,
V.;
zur Herleitung s. .
1.
›etw. aufschlürfen, schlürfend trinken‹ (von Personen gesagt); seltener: ›etw. einsaugen, aufsaugen‹ (über Sachen gesagt).
Gehäuft obd.
Bedeutungsverwandte:
, (V., unr. abl.) 2, 1, , (V.) 2; vgl.
2
1,
1
1, 1; 2.
Syntagmen:
j
. (auch: ein Tier)
etw
. (z. B.
eine brühe, ein ei, ein brünlein / müslein, majoran / wasser
)
s., etw. durch ein ror s
. (z. B.
in die nase
),
die flamme das öl aus dem docht s
., [eine Mauer]
den regen an sich s., j. das vögelein s. lernen, die mücke
(Subj.)
am wein s
.; subst.:
das tischtuch beim supfen trocken bleiben
›das Tischtuch wurde so gierig abgeschleckt, dass es trocken war‹.
Wortbildungen:
supf
 ›Schluck, kleiner Trunk‹ (als Handlung und als eingenommene Substanz; dazu bdv.: 1, 1),
supf|ei
,
süpfeln
,
supfig
(dazu bdv.: , [jeweils zu
2
bruch
]),
supfrig
,
supfung
.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Iusculentum. Bruͤig supffig.
Fuchs, Murner. 4 Ketzer
3157
(˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
Du vast zuͦ vil vnd krenckst din glider, | Supf das bruͦgly vnd leg dich nider!
Ders., Murner. Geuchmat
4693
(
Basel
1519
):
Die kindly [...] lassendt sich do mercken auch, | Das sy zuͦ essen gendt dem gouch, | Vnd lernen das zart voͤgly suppen, | Als werens kinder mit den buppen
(Schreibung
suppen
wohl reimbedingt).
Wiessner, Wittenw. Ring
5770
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
Und sauftens auf [...] | Daz das tischtuoch also truken | Belaib da pei von irem supfen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Süpffle (das) Kleins tränckle. Sorbitiuncula. Süpfflen / Sürfflen / Sanfft eynhin schlucken vnd abhin lassen. [...]. Sürfflen / Süpflen / Suͦch Süpfflen. Ein ey auß Sürpfflen. Sorbere ouum. Jn sich Sürfflen. Persorbere. Das Sürfflen / Sürffleten. Sorbitio.
Supffen / Sürfflen / als ein ey oder bruͤylin. Exorbere. Wider einhin Süpffen oder sürfflen. Reforbere.
Supffeyer [...]. Ouum molle.
Löffler, Columella/Österreicher (
schwäb.
,
1491
):
der das er
[eine Mauer]
die regen verschmacht, der das ers bald an sich supfft unds uss lond.
welchi spisen sind den supfrigen aller naͤst, als molcken núw kaͤß.
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
v. Bahder, Wortwahl.
1925, 116
.
2.
›etw. lernen, Wissen aufnehmen‹; Ütr. von 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 3.

Belegblock:

Meisen u. a., J. Eck
28, 16
(
Ingolst.
1526
):
so doch ewer toll biselisch predicanten noch kriechisch noch hebraisch kinden, dann was der außgeloffen münch ain wenig kriechisch gesupt hat.