sultan,
›Sultan, höchster Herrscher im Raum des Islam, in einem seiner Teilräume, dem seinen Vertretern zugeschriebenen Eigenverständnis nach auch des christlichen Raumes‹, extensional bezogen auf den Herrscher des Osmanischen Reiches, von Ägypten, Babylonien, das Gebiet des
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kam
.Eigene Belege seit der 1. H. des 15. Jhs.; oft berichtende Texte.
Syntagmen:
j. den s. erschlagen, jm. bringen, als bürgen setzen, seinem feind verschenken
; j. jn. einen s. nennen
; der s
. [wo] hofen, (etw.) sagen, jm. heil gebieten, gunst zu jm. haben, jm. etw. schenken, jn. fangen, mit dem tod abgehen
; einer zeit zwei soldane werden
; dem s. dienen, jn. schenken
; j. als ein hauptman bei dem s. sein, j. mit dem s. kommen, frieden machen, etw. tun
›etw. anfangen, mit ihm verfahren‹, j. unter dem s. sein
›stehen‹, j. vor dem s
. ›angesichts der Macht des Sultans‹ nicht über mer kommen mögen, eine schlacht wieder den s. tun
; der s. in babylonien, von grossen stätten / herren
; der s., ˹ein diener Machmets, ein neffe gottes˺
(nachgestellte Apposition); der könig / keiser soldan
(hier als Name / Funktion aufgefasst); der erwälte / heidnische / türkische s
.; der befel, die base des soldans
.Wortbildungen:
sultanisch
Belegblock:
Also hoͤrstu auch mit solcher andacht Gottes wort, [...], gleich als sagt man dir, das der Tuͤrck den Sultan geschlagen, oder der Keiser den Koͤnig von Franckreich gefangen hab.
Es sol ein Sultan sein im hause Juda, bis Messiah kome. Denn Sultan ist auch Ebreisch, und uns Christen nu wol bekand, die wir [...] mit dem Schultan Egypti gekriegt, Und zu war zeichen wenig gewonnen haben, Denn die Sarracenen heissen jren Koͤnig oder Fuͤrsten Sultan, das ist Herr oder Herrscher oder Oberherr. Daher auch das Ebreisch wort Schilt kompt, welchs aus dem Ebreischen gantz rein Deudsch worden ist. Als wolt man sagen: Ein Fuͤrst oder Herr sol seiner unterthanen Schilt, schutz und schirm sein, so ist er denn ein Richter, Sultan oder Herr etc.
Mit was pracht [...] die suldanisch beschneidung Mehemets, ietzt regierenden sultans, [...] celeberirt
[wird].
Ebd. 8:
darmit der sultan zur beschneidung geführt wird.
Der nam [Mamelucken] an ihm selbst heißet nicht einen verlaugneten Christen, sondern bedeut so viel als einen, der umb seinen sold dienet und ein kriegsmann, denn sie als kriegsleuth ihrem sultan dieneten.
Wir Baricoldus soldan in der grossen Babilonien, ein diener des grossen gots Machmets und Apilons, [...] enpieten wir unserm cleinen diner und vicarier unsers römischen reichs Friderichen, der sich nennt ein haubt der kristen, des volcks, heil in der manigveltigkeit der entpietung der wirden.
Pacollet kommt mit dem Türckischen Soldan vnd sagt zum Keiser: Großmechtiger Keiser, ich bring euch heunt | Den Türckischen Soldan, eurn Feind.
Und komend mit in vil herren und botten von den haidischen herren, vom kayser soldan, von dem großen kan, von dem küng von Arabia.
er sprach: ‚fraw, was burgen wolt ir han?‘ | sie sprach: ‚babst, priester Johann, | keyser, konig soldan: | die vier soltu mir seczen, | so will ich dich ergeczen | was du leyds hast vonn mir
.‘
vil Dürgen, die [...] hattend die schlacht geholfen dun wider den sodan und wider den heren zu Jerusalhem.
ferner auch dem türkischen solldan seinen pallatzunn zu grund gericht.
Der zeit wurden zwen soldan; ainer hofet zu Waldack; der ander was in Egypten.
er sei etlich jar bei dem soldan, künig in Egipten, am hof gewesen als ain haubtman.
Ist unserm Gnädigen Fuersten [...] in Kegenwärtigkeit [...] des Sultans des Grossmächtigen Türkischen Kaisers Stanter [...] ein Koftan und ein Brief uberantwortet worden.