stützen
(Letzteres sehr vereinzelt),
V.
– Fortsetzung von mhd.
stutzen
›stutzen, zurückschrecken‹ (
) und mhd.
(under)stützen
(ebd.); Ersteres gilt als Intensivbildung zu
stossen
(
), Letzteres als Fortsetzung von ahd.
(ge)studen
, das in unserem
stud
erhalten ist. Die formale Ähnlichkeit beider Verben, ihre - wenn auch teils kühne - semantische Beziehbarkeit aufeinander, darunter ihre assoziative / tropische Vernetzung dienen hier zur Begründung für die Umfangsbemessung des Bedeutungsfeldes.
2.
›mit den Hörnern einander stoßen‹ (von Tieren); ›verbal, zänkisch aufeinander stoßen; zurückprallen, sich bekämpfen‹ (von konfessionellen Parteien gesagt); ›auf etw. pochen, bestehen‹; ›sich einer Instanz widersetzen‹; ›zurückstürzen‹ (vom Wasser).
Syntagmen:
sich einer lere / secte engegen s., die parteien sich an einander s., böcke mit einander s
., (ein Tier
mit dem kopf
)
auf ein pferd s., j. mit jm. aufeinander s., der flus hinwieder s
.
Belegblock:
Mieder, Lehmann. Flor.
925, 29
(
Lübeck
1639
):
Wenn zwey Boͤck mit einander stutzen / so ließt der dritt die Woll auff.
ich stutze wie die Böcke.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
534, 869
(
Magdeb.
1608
):
der Hornung / | War zu fertig hinweg im sprung / | Vnd stutzt hernach mit aller macht / | Auff das Pferd / das sein Hirnschal kracht.
Kurz, Waldis. Esopus
(
Frankf.
1557
):
Wen sie [Heiden] mit Laruen vnd mit Butzen | Wie Narren auff einander stutzen.
Goedeke, Fischart. Schiff
38
(
Straßb.
1576
):
Je meh die flüß laut rauschend trutzen, | Je kräftiger hinwider stutzen.
Jörg, Salat. Reformationschr.
206, 4
(
halem.
,
1534
/
5
):
So hand sich ouch diser sect / und ufruͤrigen leer widersetzt / und engegen gstüztt die theology zuͦ Parys, Leven / Coͤln.
und fieng all handlung gantz an entbor schwaͤben / stutztend die partyen zuͦ Haslj sich taͤglich an ein andern / hattend gmeynden und versammlungen.