stut,
die
;
-Ø/–
.
1.
›Herde (von Pferden)‹; in 1 Beleg: ›Schafherde‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (
der
) 7, 1,
2
, 1, 1, .
Syntagmen:
j. eine s. haben / kaufen / nemen
›rauben‹,
jm. eine s. abdringen
;
die s
. (Subj.)
zergehen
›kleiner werden‹,
zerstörung haben, sich meren
;
die grosse / kleine / ganze s
.;
kobeln / schafe in der / einer s
.
Wortbildungen:
stuterei
(a. 1621),
stuterer
(Übersetzung von , demnach ›Stallmeister‹),
stuthof
,
stutman
.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1407
):
159½ m. vor eyne sthud cobiln in den karwan gekouft.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
22, 21
(
preuß.
,
1422
):
Stuthoff: primo 46 kobiln die czu rosse geen.
Ebd.
30, 35
(
1431
):
2 sweiken hat der studman.
Ebd.
224, 34
(
1424
):
27 folen von desem jare, der sind 15 der grosen stut und 12 der cleynen.
Ebd.
361, 23
(
1386
):
50 kobiln in der stut.
Toeppen, Ständetage Preußen
4, 26, 37
(
preuß.
,
1453
):
Die frawe [...] claget, das die crewtziger irem manne [...] abegedrungen haben die studt mit der heiden.
Thiele, Chron. Stolle (
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
sie hatten ouch alle reverendarii, doctores, capellani, stuterer, unnd allis hofegesinde des bisschoffs unnd cardinals gehangen.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
21, 11
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Ouch hot der selbe chaam eyne groze stut von wizen pferdin, dy do gevallin von den stut pferdin.
Voc. Teut.-Lat.
ff vjr
(
Nürnb.
1482
):
Stutt. equirium.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 272, 18
(
Hagenau
1534
):
Dieweil die pferde bey eynander seind / meret sich die Stuͦdt / wo sie aber eynander beissen und schlagen / so muͦß die Stuͦdt zergehen.
Menge, Laufenb. Reg.
164
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Der wider ouch berhafft tuͦt | Die scheffelin In Ir stuͦt.
Lemmer, Brant. Narrensch.
99, 145
(
Basel
1494
):
die tuͤtschen flissen sich | Wie sie vernychten selbst jr rich | Do mit die stuͦdt zerstoͤrung hab | Bissen die pferd jr schwaͤntz selb ab.
Baumann, Bauernkr. Oberschw. (
schwäb.
,
v. 1542
):
verbrante etliche hewser, namen ynen die roß, die gantze stutt.
Ziesemer, a. a. O.
30, 23
;
762, 7
;
2.
›von
stut
1 her (teils mit gen. explicativus) metaphorisierte Befindlichkeit, Artung‹.

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm (
preuß.
,
1331
):
durch daz mer der trene | Mit der hulfe Christes blut | Varen uz der sunden stut | Czu Gotes barmherczekeit.
Menge, Laufenb. Reg.
2658
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Wonn sú
[bestimmte Speisen]
geberend fules bluͦt | Vnd schikent zuͦ des Ritten stuͦt.
Niewöhner, Teichner
569, 82
(Hs. ˹
önalem.
,
um 1433
˺):
wer verraͤter hat fuͤr gut, | der si recht der selben stut, | daz er in glicher schand und buz | fuͤr den rechten richter muͦz.