stup,
stuppe,
stüppe,
der / das
;
etymologisch zu ,
stieben
().
– Beleghäufung vor allem für das Oobd. des älteren Frnhd.
1.
›pulveriger, staubähnlicher Stoff verschiedener Substanz, Erscheinung, Bewertung, Nutzung‹; im Einzelnen:
a) ›Blütenstaub, Pollen‹ (zum Gebrauch als Arznei).
Syntagmen:
s. essen
,
der gute s., der s. von blumen, von nägellein
.
b) ›Staubkorn‹; ›Splitter‹ (im Auge des anderen).
Phraseme:
sam / also ein stüppe
›wie ein Staubkorn‹;
so viel als um ein stup geschieht
›als wenn es nichts wäre‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Gegensätze:
1.
Syntagmen:
das s. aus dem auge des nächsten zerwerfen
.
c) ›Arzneipulver‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 2.
Syntagmen:
ein s. haben, jm. ein s. in die wunden säen
;
das s. bitter, gut zu einem lup sein, die wunden frischen
.

Belegblock:

Zu a):
Haage, Hesel. Arzneib.
2v, 12
(Hs. ˹
noobd.
/
md.
,
E. 15. Jh.
˺):
[er] sol essen vil gutter stup von plumen und von negelein.

Zu b):
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch (
rhfrk.
,
um 1405
):
yre
[der
lude
]
synne prisen odir achten ich nit | So viel als umb ein stuppe geschicht.
Adrian, Saelden Hort
3646
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
min herr in siner herschaft | so lept daz nie kan dar in | súnden sam ain stúppelin.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
so were das also ein klein ding unserme herren, [...] alle die súnde [...] zuͦ vergebende, also ein stuͤppe von diner hant zu blosende.
Ebd. (
1359
):
der mensche sol zuͦ dem ersten den tramen usser sinem oͮgen werfen, e das er das stúppe beginne zerwerfen usser sines nechsten oͮgen.
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .

Zu c):
Niewöhner, Teichner
153, 12
(
moobd.
,
1360
/
70
):
do gieng zu lest ein maister hin | und saet im in di wunden geleich | ein stupp, daz waz so pitterleich | daz im dw wunden gar durich gie.
Kummer, Erlauer Sp. (
m/soobd.
,
1400
/
40
):
dar nach han ich ein stupp, | das ist guͦt zu einem lupp | dem, der nicht geminnen mag.
Niewöhner, a. a. O.
99, 45
.
2.
›Gewürz, aus Pflanzenteilen bestehende, kleingehackte oder aus Pflanzen extrahierte, den Geschmack von Speisen positiv beeinflussende Substanz‹.
Wobd. / oobd.
Bedeutungsverwandte:
2, 2, , .
Wortbildungen:
stupbüchse
›Gewürz-, Streubüchse‹,
stuppen
›etw. mit Gewürz bestreuen‹,
stupsak
›Gewürzsack‹,
stupsieb
.

Belegblock:

Glatz, Chron. Bickenkl. (
önalem.
,
um 1640
):
10 schatel mit koffet, 4 stupsechk, 2 pirmeit mit samatdruͤmer.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
stuck in denn in ganzeu stuck nâch der leng und stüpp diu stuck mit guoten edeln würzen klain gestôzen.
Bastian, Runtingerb.
2, 19, 10
(
oobd.
,
1390
):
mein aydem beczalt di visch und ich gab stuͤpp und saffram zuͦ den vischen.
Deinhardt, Ross Artzney
254
(
oobd.
,
1598
):
nimb khünig khraut, machs zu pulffer vnnd stupp die schäden, so das pferdt hat, damit.
Niewöhner, Teichner
58, 33
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
trag ot her | naegelein und ymber, | ander stup und wurtzzen vein.
Ebd.
275, 11
:
wiltpraͤt und guͦt chappawn | schon gestuppt sam ez leb.
Ebd.
560, 21
(
nobd.
,
E. 14. Jh.
):
ez wirt zehant, | het wir newr stuͤp an die fisch!
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 298
.