stumpfen,
V.
1.
›(einen Baum) beschneiden, schädigen, fällen‹; vgl. (
der
) 1.
Bedeutungsverwandte:
5, , 1, 2.
Wortbildungen:
stümmern
II ›gepfropfte Baumstämmchen stutzen‹ (semantisch hierher; formale Zuordnung zweifelhaft).

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Detruncare. Beschroten stuͤmpffen stuͤmlen abhauwen abschneitzen.
Mieder, Lehmann. Flor.
451, 12
(
Lübeck
1639
):
Zur selben Zeit ist das Reich wie ein Baum an seinen aͤsten gestumpfft worden.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
413, 40
(
halem.
,
1417
):
daz der koler ros in dem Silwald gand und jung tannen stumpend und krissent.
UB Zug
1718, 12
(
halem.
,
1498
):
so hatt er únns in unnsrem Kiemen etlich holtz geschent und tannen gesumpett
[sic!]
unerloupt.
Eis, Gottfr. Pelzb.
149, 15
(
öoobd.
,
15. Jh.
):
vnd stuͤmer den felber gar ab ob dem edlen czwey, das des felbern fruchte gancz slach an das edel czwey.
2.
›jn. hart hernehmen, verstümmeln; (einem Huhn) die Flügel schneiden‹; ütr.: ›jm. (einem Überklugen) das Hirn zurechtstutzen‹; vgl. (
der
) 2.
Wortbildungen:
stumpfecht
1 ›wie ein Hund verstümmelt‹ (bildlich auf Personen bezogen).

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
901, 4
(
Lübeck
1639
):
Sey nicht zu weiß / oder must Tabaco sauffen die Spitz des Hirns zu stuͤmpffen.
Sachs (
Nürnb.
1558
):
Wir [Machometisten] wöllen sie [christen] in die flucht schlagen, | Wie die stumpffeten hundt heim-jagen.
Bobertag, Eulensp. (
Straßb.
1515
):
[er] zoch wider hinweg wan im waß nit lieb wa es vß kem von im, das er nit gestümbfft würd.
Einem hun die fluͤgel (stuͤmpffen).
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1489
):
das sich ainer tröstn wollt er hiet das wandl wol zu gebn und wolt meinem herrn dem brobst sein leut stumbln, so [...].
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .