strupfen,
V.;
am ehesten Bezug auf
2
strupfen
›knüpfen, binden‹ (); Basisbedeutung wäre dann: ›eine ziehende, teils ruckartige, teils schubähnliche, tropisch: durch all dies einengende, einschränkende, beeinträchtigende Bewegung ausführen‹.
›(Dachziegel) befestigen‹; ›jn. / etw. einengen‹; ›jn. durch Hohn erniedrigen‹; ›(Tiere) stören und dadurch vertreiben‹; ›(Pferde) striegeln‹; ›Knoten machen‹.
Wortbildungen:
strupf
2 ›Striegel‹ (dazu bdv.: 1),
strupficht
›unterdrückt, ärmlich, in der Ausbreitung gehindert‹ (von einer Religion; dazu bdv.: , ),
strupflattich
wohl eine Ampferart,
strupfwurz
›eine Pflanze (wohl Ampfer), deren Früchte sich abstreifen lassen‹ (s. , 1511ff. s. v.
Rumex obtusifolius
; dazu bdv.: ).

Belegblock:

Schoop, Qu. Düren
411, 35
(
rib.
,
1500
/
01
):
gehadt eynen leyendecker mit eynem knecht, die in myns genedigen herren hoeve gedeckt ind gestrupt haven IIII daghe.
Alberus (
Frankf.
1540
):
Rumex acuta [...] grindtwurtz strupflattich / strippet / spitzlettsch [...] scharpff klett. [...]. Lapicolum, klein sawer ampfer / diß seind alle species vom lapatho, [...], strutzwurtz.
Mathesius, Passionale (
Leipzig
1587
):
Erstlich sihet es [Christi Reich] duͤrre wie Gideonis Fellein / vnd schmachtig vnd schwelgig / struppicht vnnd streubicht / wie ein Pfroͤpffreißlein oder Wurtzel / das in einem [...] magern Erdreich stehet.
Eis, Albrants Roßarzneib.
128, 2
(
böhm.
/
oobd.
,
1442
):
Welichs roß rewdig ist, so nym swefel und spengrön und als schmer und strupwurtz und menschen haren und mische das zesamen und reib und salb die rewden.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
Trifft er aber ein weysen monn | Mit honwortn und spott zu strupffen.
Schmitt, Ordo rerum
248, 31
(
alem.
,
1486
):
Strigilis [...] strigel [...] eyn scherre [...] strupff.
Ebd.
661, 8
(
oobd.
,
1466
):
Strigilare schropen [...] striglen [...] striglen [...] stropfen [...] strupf [...] strigeln̄ ros wischen.
Goedeke, Fischart. Flöh Haz
3370
(
Straßb.
1594
):
Jch glaub, ir maint, das sie [weiblin] das schinden | Nicht auf der gstropften
[›struppig, hart‹]
haut empfinden.
Strupffen / streyffen / ziehen. [...]. Strupffen / strupff machen [...] Nodare.
Deinhardt, Ross Artzney
272
(
oobd.
,
1598
):
Für die reüden Nimb schwebel, alts schmer, strupffen wurz, mennschen harm. Reyb im die bayn in ainer würmb damit.
Haage, Hesel. Arzneib.
20r, 1
(Hs. ˹
noobd.
/
md.
,
E. 15. Jh.
˺):
Saluey, peterling burcz und pibernel, perburcz und stropffwurcz, die sol man stossen und müsch ez durch einander und gebs den menschen ze nuczen.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1643
):
die rebhüener aber durch strupfen oder durch schiesen zertrent oder vertriben wurten.