strohalm,
der
;
-s/-e, -en
, auch
+ Uml.
›einzelner Getreidehalm‹; auch: ›Gesamtheit des wachsenden Getreides‹; ›getrockneter oder ausgedroschener Halm‹ (wie er z. B. als Schreibfeder genutzt wird); ›Strohhalm, Strohbund als Rechtszeichen‹; mehrfach steht
strohalm
für Geringfügigkeit; vgl. 1, zu 1.
Phraseme:
ein strohalm viel
›nicht das Geringste‹;
sich an einen strohalm weisen lassen
›sich leicht dirigieren lassen‹;
aus einem strohalm wird ein zentner
.
Syntagmen:
strohalme aus etw. klauben
;
die strohalme
(Subj.)
wachsen
;
j. wie die strohalme vor dem anblik des windes sein, wenn alle stroheme federkiele wären, so [...]
würde das Lob Mariens kaum zu beschreiben sein;
jn. an / mit einem s. niederbinden
(›rechtssymbolisch zur Verfügung halten‹),
sich mit strohalmen binden lassen
.

Belegblock:

Luther, WA (
1535
):
et quicquid pateris, si strohalm, wird 1 centner draus.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Das die strohalmen vnd die aͤher | Moͤchten wachssen fein schlecht daher.
Gille u. a., M. Beheim
435, 29
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
und das des virmamentes tran | gancz wer papir ach also vil | und alles mer vol tinten | und all strohelm wern veder kil. | Das [...].
Fuchs, Murner. Geuchmat
969
(
Basel
1519
):
Der Cantzler weiß wol geuch zuͦ finden, | Die sich mit stro halm lassen binden.
Ebd.
4816
:
Er laßt sich an eim strohalm wysen, | So eben luͦgt sy jm vff ysen.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
A. 16. Jh.
):
so dan der richter nach den drein schraien nit da wer, so mag man in [den schedlichen man] mit ainem strohalbm niderbinden.
Ebd. (
17. Jh.
):
so solle sich hinfüro kein [...] herrschaftsunderthan understehen vor auszehetung ainen strohalmb [...] vil hinwegzufüren.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
8, 3
(
tir.
,
1464
):
Eüsebius: Ich pin als die stro hëlme vor dem anplik des winttes vnd als der staub in den gassen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
627, 3806
;
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. ;
Bauer, a. a. O.
95, 36
.