striezel,
strützel
(Letzteres seltener), wohl
der
;
zur etymologischen Einordnung und damit zur genauen Zeichenform s. ;
.
– Gehäuft obd.
1.
›ein in besonderer Weise geformtes Gebäck‹; mit diesem in Vergleich gesetzt (metaphorisch): ›Auswuchs am Körper‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl.
1
3,
2
, .
Wortbildungen:
striezelbek
(a. 1455; Gw zu
1
,
der
).

Belegblock:

Stedtfeld, Roger-Glosse
115
(
omd.
, Hs.
15. Jh.
):
weẏssin brot alzo stroczelÿ.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1523
/
7
):
[ain knab] hett ain bauch und zwai stritzelin, an jetlicher seitten ains, hangen, die waren ain spann lang und als gros als ain daumenfinger, doch waren sie gerad und lind; die gaben bedeutnus, als daß arm daraus hetten wellen werden.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1626
):
Von ainen paurnhauß daß jahr ain laib brodt, von ainen klainen heisel ain strizl.
Mell u. a., Steir. Taid. (
m/soobd.
,
1582
):
das järlich ain prior [...] ainen inhaber ainen waizen-weggen oder struczen und zween kärpfen von alter heer geraicht hat.
Qu. Brassó
5, 563, 7
(
siebenb.
,
1616
):
Bringt uns unser Frau Gevatter Georg Drauden Kindelmess einen schönen Struetzel und Leibent.
Öst. Wb.
2, 774
.
2.
›dümmlicher Mensch, unvollkommene Kreatur, Tölpel‹; tropisch von 1 her motivierbar.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
, ,
2
, 4, (
der
) 1, .

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
15, 128
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
das macht, das ich nil armer struczel | valkomenlichen nicht erken dein nam.
Fastnachtsp. (
nürnb.
,
1486
):
DER RICHTER FRAGT: Her doctor Strützel und her Lülhart, | Facht am ersten an!