stramen,
V.
(von horizontalen oder horizontal gedachten Bewegungen verschiedener Art gesagt); im Einzelnen z. B.: ›wie strömendes Wasser von wo herkommen‹; ›wie verlaufen, sich hinziehen‹ (von einer
reise
); ›herbeilaufen; sich wohin begeben‹ (von Personen); ›grassieren‹ (vom Hexenwahn), jeweils mit dem Moment ‚aufdringlich, drängend, nicht steuerbar‘; auch: ›sich zusammentun‹ (mit sexueller Anspielung);
vgl. 1; 2.
Phraseme:
die reise stramt
›das Übel nimmt seinen Lauf‹.

Belegblock:

Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim. (
Frankf./M.
1649
):
wann ich [...] kein Mittel finden koͤnnen / welcher Massen man dem Fewer oder stroͤmen / dieses ins Gemein gefasseten [...] Wahns / in so viel stewren oder hemmen moͤchte, biß daß [...].
Barack, Teufels Netz (
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Wenn aber ainr von schuol komt, | Und dœrt her kompt gestrompt, | [...] | Der [...].
So wib und man zeman komen, | So tuonds sich überainander stromen | Und ergetzend sich als irs laids.
Won gotz dienst wirt da versumpt | Die wil die raisz umb strumpt.
si (reblüte) nemend ain ufslag | Und kummend her gesrumpt | Und sprechent: ‚Herr wir hand uns versomt, | Gend uns unsern tag lon‘.
Und komend an die lüt so gestrompt, | Das ain biderman denn erschrikt.