stramen,
V.
(von horizontalen oder horizontal gedachten Bewegungen verschiedener Art gesagt); im Einzelnen z. B.: ›wie strömendes Wasser von wo herkommen‹; ›wie verlaufen, sich hinziehen‹ (von einer
reise
); ›herbeilaufen; sich wohin begeben‹ (von Personen); ›grassieren‹ (vom Hexenwahn), jeweils mit dem Moment ‚aufdringlich, drängend, nicht steuerbar‘; auch: ›sich zusammentun‹ (mit sexueller Anspielung); Phraseme:
die reise stramt
›das Übel nimmt seinen Lauf‹.Belegblock:
wann ich [...] kein Mittel finden koͤnnen / welcher Massen man dem Fewer oder stroͤmen / dieses ins Gemein gefasseten [...] Wahns / in so viel stewren oder hemmen moͤchte, biß daß [...].
Wenn aber ainr von schuol komt, | Und dœrt her kompt gestrompt, | [...] | Der [...].
So wib und man zeman komen, | So tuonds sich überainander stromen | Und ergetzend sich als irs laids.
si (reblüte) nemend ain ufslag | Und kummend her gesrumpt | Und sprechent: ‚Herr wir hand uns versomt, | Gend uns unsern tag lon‘.