strafbar,
Adj.
1.
›tadelnswert‹;

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Reprehensibilis. Sträfflich lastersam straffbar gebresthafft anclägig tadlich scheltbar tadelhafft tadelbar.
Luther, WA (
1538
):
Wie die straffbar sunde von den Bebsten, Prelaten und priestern jnn das volck abgestigen ist.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
10, 40
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Ist das sich der mensch klerlich und lewterlich piß auf den leczten grad unterscheidet und beschawet und im selbs nicht liebkoset, so mayn ich, er fynd sich gar schuldigen und strafperen und auch im und andern menschen swer und mißvallenden.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Umb das belont in Got so, das er [...] in im gepar aus aines grimigen lewen hertz aines süessen und senftmüetigen lämleins hertz. Er verwarf sein streng und strafpärs leben.
2.
›strafbar, straffällig, bußfällig‹ (von Personen); ›nicht ordnungs-, vorschriftsgemäß hergestellt und daher mit Strafe zu belegen‹ (von Sachen; vereinzelt);
vgl. 3.
Syntagmen:
j. s. sein
(z. B.
um wucher
)
/ werden, etw
. (Subj.)
s. sein
(z. B. eine Gabe),
s. sein, das [...]
;
j. jn. s. befinden, sich um gewinnes willen s. machen
;
das strafbare brot
; subst.:
die verwarung der strafbaren
›Untersuchungshäftlinge‹.

Belegblock:

Köbler, Ref. Wormbs
353, 22
(
Worms
1499
):
Welche in kercker oder gefengknus gelegt die soͤllen nit vber etlich monat darinn enthalten. dan kercker oder gefengknus sindt [...] zugelassen nit zu straffe. sonder zu verwarung der straffbaren.
Gille u. a., M. Beheim
184, 40
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Gab ist auch darumb strafper, wann | man nymt sy etwann van dem mann, | der sy unrecht gewinnen pegann | mit abreissen und czerren.
Köbler, Stattr. Fryburg (
Basel
1520
):
wer das [dhein genieß] nit halt / der sol straffbar sin als vmb ein wuͦcher.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1549
):
welcher mer dann zwaimal straffbar werde oder wider die ordnung rede, soll ime ain halb jar die stat Augsburg verboten werden.
Fischer, Eunuchus d. Terenz (
Ulm
1486
):
Solt das so straffbar sein. das ich in ainer bulerin huß gefürt wurd. [...]. und si
[ohne nominalen Bezug]
also laich als wir von in glaicht werden.
Rauwolf. Raiß
44, 24
([
Lauingen
]
1582
):
welche sich nicht scheuhen [...] die / so eines groͤsseren vermoͤgens seind, vmb schandlichen gewins wegen / straffbar zumachen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1593
/
1671
):
welicher [...] solich einfäll und eingriff der herrschaft nit anbrächt, der ist püeßfellig und straffper.
Roder, Stadtr. Villingen ;
Vgl. ferner s. v. 1, .
3.
s. 3.