stempel,
beide Schreibungen in annähernd gleicher Häufigkeit belegt; erstere eher obd. und omd., letztere eher wmd. und nrddt., seit dem 15. Jh. zunehmend gebräuchlich; vgl. die Bedeutungsfelder von
petschaft
und
stampf
.
3.
›kleiner, mit der Hand bedienbarer Stößel zum Zermalmen, Zerkleinern von Früchten, Materialien o. ä.; Stampfvorrichtung unterschiedlicher Größe, Stampfwerk; Locheisen zum Ausstampfen von etw.‹; mehrfach ütr., z. B. obszön auf den Penis (in Parallele zu
mörser
für die Vagina), auch auf einen starken Menschen.
Phraseme:
den narren mit dem stempfel zerstossen
.
Bedeutungsverwandte:
,
3,
3; vgl.
3,
2;
3.
Syntagmen:
den s. stossen
;
etw
. [Arzneimasse]
an dem s. hangen
;
der s. in dem pulferstampf, zu einem mörsel, von beine
›Knochen‹;
der beinene / hölzerne s
.;
der kessel / mörser mit einem s
.
Belegblock:
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
146, 26
(
preuß.
,
1409
):
do wart is [snyczampt] ym alzo gelassen: [...] 2 stempel, item 4 ruweysen.
Luther. Hl. Schrifft.
Spr. 27, 22
(
Wittenb.
1545
):
Wenn du den Narren im Mörser zu stiessest mit dem stempffel wie grütze.
einen kessel mit 3 stempel 12 alb.
Sag deinem pfaffen gleich | Meinn mörser ich im nimer leich. | Der dewffel im sein stempfel hol!
Stämpffel / stoͤssel oder stoͤsser zu einem Moͤrsel / Walck oder schlagmühl: Item / Kelter.
i klain mörsser mit ii stempfel.
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 272
;
‒
Vgl. ferner s. v.
1
6,
(Adj.).