schabab,
Adj.
/
Adv.;
teils subst.; lexikalisierter Imperativ zu ; vgl. .
›in verschiedenen Ausprägungen charakterlich oder in materieller Hinsicht defizitär‹ (von Personen oder personal gedachten Größen gesagt); im Einzelnen z. B.: ›unwichtig; minderwertig, wertlos‹; ›lächerlich (im Sinne einer Witzfigur, eines Taugenichts)‹; ›als Liebhaber abgewiesen‹; ›am Ende‹; speziell im Bezug auf das Spiel: ›raus, aus dem Rennen, verloren‹; ütr.: ›tot‹; monitär: ›arm, pleite, mittellos‹; auch: ›geizig‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl. 4, 1; zur Subst.:
2
3, , .

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Abiectus. Schabab grewel [...] genist.
Luther, WA Bibel (
1522
):
Wyr sind als eyn keerich der welt, vnd eyns ydermans schabab worden.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
der da ringt nach grosser hab, | Erlanget nichts vnd bleibt schabab.
Bergmann, Ambr. Liederb. (
Frankf.
1582
):
So rewen mich mein guter schuch, | die ich nach jhr zertretten hab, | [...] | dennoch bin ich gar schabab, | Vor zeiten gefiel jhr mein schertz, | [...] | kompt ein gesel wol vor jhr haus, | ist einer drinnen der mus raus.
Tittmann, Schausp. 16. Jh. Rebh.
51, 266
(
Zwickau
1536
):
wer nicht hat gut und hab, | muß allzeit sein schabab.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
Wer nit gelt hat, ist bald schabab.
Wann so solchs
[zu keckes Werben eines Mannes]
mercken die jungfrawen, | Thund sie keins guten im vertrawen, | Sonder wird schabab bey in allen, | [...] | Und spottet sein denn iederman.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
Herr Leipolt ist gar schabab, | Dann [...] | [...] er gibt gar kergklich Trinckgelt.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1636
):
Du ligst im Grab, vnd bist schabab, | Must jetzt die Wuͤrme speisen.
Matthaei, Minner. I, (Hs. ˹
wobd.
,
15. Jh.
˺):
syd er haut zerprochen | sein [...] trúw an dir, | rain saͤlig wib, [...] | [...] | [...] schrib im er sy ouch schabab.
Adomatis u. a., J. Murer. Zorob.
883
(o. O.
um 1575
):
Uff das dem wyb er
[
mann
, der Reichtümer angesammelt hat]
zgeben hab | das er nit sey der arm schabab.
Bächtold, N. Manuel. Zugabe H. R. Manuel
345, 1337
(
Zürich
1548
):
Aufsecht, dass keinr den wurf mir halt! | Mein lieber wirt, du bist schabab, | Zink quatter ich geworfen hab!