sandig,
auch
sandecht,
sandechtig,
Adj.
1.
›sandig‹ (dürres, trockenes, wenig fruchtbares Erdreich charakterisierend); in 1 Beleg: ›unbewirtschaftet‹ (vom Acker gesagt); in Texten religiösen und didaktischen Inhalts auch ütr.: ›unfest‹;
vgl. 4; 8.
Bedeutungsverwandte:
I, 3, 1, 2, 1, (Adj.) 3, , 2, 1, 4, (Adj.) 5, 3; vgl. 1.
Gegensätze:
I, 2, , (Adj.) 1, .
Syntagmen:
etw
. (Subj., z. B.
Africa
)
s. sein
;
der sandige acker / boden / grund / steinbruch / weg, die sandige pfründmatte / stätte, das sandige erdreich / land
.
Wortbildungen:
sandigkeit
1.

Belegblock:

Luther, WA (
1534
/
6
):
David aber redet von dieser sach nach des landes art, denn das gelobt land ist ein hitzig, duͤrr, sandig, steinicht lande.
Ders. Hl. Schrifft.
Sir. 25, 26
(
Wittenb.
1545
):
EJN wesschafftig Weib ist einem stillen Man / wie ein sandiger weg hinauff
[
Mentel
1466:
der auffsteigent sant
; Var. 1475
2
–1518 /
der sandig auffgang
;
Froschauer
1531 /
Eck
1537:
steig
]
/ einem alten Man.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
[Habre wechset] Uf ackir welchirhandic, | Er si gut odir sandic.
Mathesius, Passionale (
Leipzig
1587
):
Christi Reich gehet klein an [...] wie ein Pfroͤpffreißlein oder Wurtzel / das in einem sandigtem vnd duͤrrem / oder kieserichtem / magern Erdreich stehet.
Hulsius (
Nürnb.
1596
):
Sandechtig / sablonneux.
Karlstadt, Grewlicher mißbrauch f
1r, 18
(
Basel
1524
):
wil ich dir nit Bergen / daß das ein sandigter grund ist / weñ die pfaffen sprechen [...] das sie Christum in ir sacrament treyben künden.
Merz, Urk. Lenzb.
149, 13
(
halem.
,
1625
):
dagegen die pfruͦndmatt [...], so zimlich dür vnd sandtachtig ist.
sandigkeit / Arenosité.
Morrall, Mandev. Reiseb.
28, 24
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
in Arabia gar groß wuͤstin sind [...], wann es ist alles sandig [...] und nit fruchtbar.
Löffler, Columella/Österreicher (
schwäb.
,
1491
):
ich [...] betracht mins vatters bruͦder [...], das er den sandigen stetten den lett oder kridisch ertrich inn fuͤrtt, aber den lettigen und fast dicken stetten den mergel oder sandig ertrich.
Rauwolf. Raiß
25, 17
([
Lauingen
]
1582
):
ain sandechter boden (wie im wuͤsten Arabien).
Henisch (
Augsb.
1616
):
Africa / Barbarey [...] der mehrste theil dises lands ist sandig / trucken vnd staubig.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
daz wazzer ist daz pest ze trinken, daz durch velse fleuzt und durch sandigz ertreich.
Mathesius, a. a. O. ;
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. ;
Mon. Boica, NF.
2, 1, 311, 24
;
Voc. Teut.-Lat.
bb vijr
;
Vgl. ferner s. v. 2, .
2.
›seicht, flach‹.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Ralegh. America (
Frankf.
1599
):
erstlich berichtet er mich gewißlich / daß ich mit meinen Schiffen den Strom nicht wuͤrde koͤnnen hineyn kommen / dieweil er so sandicht vñ vntieff wer.
3.
›zerreibbar, porös‹ (einen Stein charakterisierend, der sich zu Fäden bzw. zu Farbstoff verarbeiten lässt).
Bedeutungsverwandte:
vgl. , 1.
Wortbildungen:
sandigkeit
2.

Belegblock:

Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
74, 3
(
Frankf.
1535
):
Armenus ist bleych weißfar [...] aber inn jm ist ein sandigkeit / vnd etwan brauchen den die ferber vnd maler für lasur.
Ebd.
146, 14
:
Iscultos ist ein steyn gleich dem saffron in Hispanien. Der steyn ist aber sandig / also das mann faden darauß machen mag.