samlung,
die
.
1.
›temporäre (jeweils unterschiedlich begründete) Zusammenkunft von Personen‹; ›Versammlung; Treffen‹; metonymisch: ›Menge versammelter Personen‹; speziell: ›das Zusammenziehen einer Streitmacht‹; negativ konnotiert auch: ›Zusammenrottung‹;
vgl. 2; 3.
Bedeutungsverwandte:
2, (
der
) 5; 6, 1, ; vgl. 1, 4, 1, 4.
Syntagmen:
eine s. bewegen / haben / machen, zu wege bringen
;
die s
. (Subj.)
etw. bedeuten, durch jn. werden
›veranlasst werden‹;
die s. der prelaten
;
die s. mit den bischöfen
;
die s. von frauen / männern
;
die gemeine / grosse s
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
2, 399, 17
(
preuß.
,
1441
):
Her lis en [scholczen und gebuwern] vorbiten, sie solden vorbas keyne sammelunge machen bey der hogesten busse.
Luther. Hl. Schrifft.
Ps. 64, 3
(
Wittenb.
1545
):
Verbirge mich fur der samlung
[
Mentel
1466:
samnung
;
Froschauer
1531:
vor den heymlichen anschlegen
;
Eck
1537:
versamlung
]
der Bösen / Fur dem hauffen der Vbeltheter.
Opel, Spittendorf (
osächs.
,
um 1480
):
So hatten die von innungen und gemeynheit die pfenner aber beschuldigt, das sie eine samlunge solten gemacht haben.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
die boͤsen Geist hatten aber ein Samlung uff demselben Baum.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
Verhietung und verbot in krieg zʼloufen, samlungen und ufruͦr zuͦ bewegen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
der [landvogt im land zu Oesterreich] macht ain samblung und zoch mit großem volk fur dieselben stat.
Weber, Füetrer. Poyt.
346, 4
(
moobd.
,
1478
/
84
):
do macht auch der piderbe | ain samlung gros von frawen klar vnd licht.
Leidinger, V. Arnpeck (
moobd.
,
v. 1495
):
anno domini 757 küng Pippinus het ain gemaine saumlung seiner fürsten.
Wackernell, Adt. Passionssp. St. II,
1316
(
tir.
,
v. 1496
):
Was pedewt hye die gross samlung | Von als vil frawen und man, | Dye ich all hie vor mir sich stan?
Bolte, a. a. O. ;
Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 335, 3
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. ;
2.
›(dauerhaft bestehende) Gemeinschaft, Gesellschaft, Vereinigung von Personen‹; speziell: ›Gemeinde (von Gläubigen)‹; ›religiöse Gemeinschaft‹;
vgl. 2; 3.
Bedeutungsverwandte:
3, 1, 14, (
der
) 5, 1, 2, (
der/die/das
) 1; vgl. 1, 3, 6.
Syntagmen:
die s
. (Subj.)
etw. geben
;
der s. etw. zuschicken
;
jn. aus der s. werfen, j. in einer s. zwieträchtig sein
;
die s. der knapschaft, gottes volkes, der auserwälten christen
;
die s. zu
[+ Ortsname];
die ganze / heilige s
.,
die frauen / schwestern in der s
.
Wortbildungen:
samlungfrau
›Angehörige einer geistlichen Gemeinschaft‹.

Belegblock:

Enders, Eberlin ([
Wittenb.
]
1523
):
Ain kurtzer gschrifttlicher bericht [...], zuͦgeschickt der hailgn̄ samlūg außerwelten Cristen zuͦ Ulm.
Luther, WA (
1544
):
in den Bann thun [...] heisst [...] aus der [...] samlung Gottes Volcks werffen [...] und halten von aller gemeinschafft der Kirchen.
Ders. Hl. Schrifft.
Hos. 7, 12
(
Wittenb.
1545
):
Jch wil sie straffen / wie man predigt in jrer Samlung
[
Mentel
1466:
samnung
; Var. 1475
2
–1518:
geselschafft
;
Wormser Proph.
1527:
gemeynd
;
Eck
1537:
hauf
;
Luther
1545:
schulen
(Anm.)].
Löscher, Erzgeb. Bergr.
71, 13
(
omd.
,
1544
):
E.f.g. underthenigen und gehorsamen die gancze samnelung der knapschaft ufn Aldennberge.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
das wir sölich gelt den gaistlichen ufflegen, das zu bezalen, daran wir gar nichtz geben söllen und uff sie zertailen, was yde samblung, stift und closter geben sollten.
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 280, 30
(
schwäb.
,
1458
/
9
):
Der vogt hat verzert uf 6.-10. Nov. 2 lb. 3 ß, alz er mit Martin Hossen wider juncher Hansen von Geroltzekg, [...] mit den samlungfrowen wider Steffan von Emershofen und den Kacheler (tag laist).
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
7, 15
;
Schib, Urk. Laufenb.
246, 7
.
3.
›Ansammlung, Anhäufung, Gesamtheit einer je spezifischen Bezugsgröße‹; im Einzelnen: ›Abgabe‹; ›Spendensammlung‹; ›gesammelte Einkünfte‹; in mathematischen Zusammenhängen wohl: ›das Zusammenrechnen, Addition‹;
Bedeutungsverwandte:
1, 1, 2; 3, .

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
1. Mose 1, 10
(
Wittenb.
1545
):
Vnd Gott nennet das trocken / Erde / vnd die samlung
[
Mentel
1466:
sammenung
]
der wasser nennet er / Meere.
Ebd. 3. Mose
23, 36,
Anm.:
(Steur) Das ist die collect odder samlung, da man zu sammen trug vnd gab den armen als ynn ein gemeynen beuttel.
M. Cunitia. Ur. Prop. (
Öls
1650
):
Nach dem nun alle zahlen in rechter ordnung stehen / fangʼ ich zur rechten handan [...] die samlung an.
Maaler (
Zürich
1561
):
Aufhauffen / An einen hauffen machen [...]. Aufhauffung oder samlung.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1630
):
das ist des herrn pfarrer samblung: der da baut, der ist ihm schuldig zu geben habern und trait.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
, Hs.
1629
):
auch so hat ain weegmacher [...], herenthalb und enthalb der Muhr, jährlich ain samblung einzunemben: alß von ainem paurn [...] ain laib brodt oder ain sauhamben.