sakpfeife,
die
.
›einfaches, im bäuerlichen Milieu verortetes Musikinstrument, bestehend aus einem luftgefüllten ledernen Schlauch und einer Pfeife; Dudelsack‹; oft in ironisch-abwertendem oder derb-anzüglichem Sinn; ütr.: ›männliches Glied‹; zu 1, vgl. 1; 3.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1; zur Ütr.: , , , 2, (
das
) 9,
1
, 3, , 1.
Wortbildungen:
sakpfeifer
.

Belegblock:

v. Ingen, Zesen. Ros.
63, 21
(
Hamb.
1646
):
ja ich [Cupido] halte di sak⸗pfeiffe / welches mein hoͤchster ruhm und nicht weniger zu verwundern ist / mit den suͤßen lauten und geigen in eben⸗maͤßigem waͤhrte.
Luther, WA (
1533
):
Das heisst der rechte meister Kluͤgle, der das ross im hindern zeumen kan und ruͤcklings reit seine ban, Seiner sackpfeiffen hall ist der aller beste schall.
Dedekind/Scheidt. Grob.
177, 8
(
Worms
1551
):
Soltu zwen dicker backen machen / | Gar auff geblasen / wie die gsellen / | Die in ein sackpfeiff blosen woͤllen.
Karlstadt, Priesterthum D
1r
(
Jena
1524
):
Das wer ein subtile schutzrede / als hette sie ein Esel in eyne sackpfeyffen gesungen.
Sachs (
Nürnb.
1550
):
Die pewrin spricht: | Ach, hest dein sackpfeiffn mit dir bracht, | So hest du uns auff diese nacht | Ein dentzlein gemacht oder zwey.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
els.
1521
):
vernimpt er
[Priester]
dann ain presenz in der kirch, so lauft er in kor hin zuͦ, stelt sich in ain stuͦl und krümpt sich wie ain sackpfeifer, treibt nicht dann unnütz geschwetz.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 506, 22
(
Hagenau
1534
):
Wenn die sackpfeiff nicht voll ist / so kirret sie nicht.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Daselbst het er seine tromenschlager, sackpfeifer und dergleichen volk bei sich, zugket und hoffirt also dem frelin über das thal hinüber.
sie giengen umb zeit der christmetin mit der sackpfeifen und eim wilden geschrai im dorf darafter und zu der kirchen.
Diehl, Dreytw. Essl. Chron. (
schwäb.
,
1552
):
leutt, die tag und nacht im wyrttshauss ligenn, die sich ebenn zu dem gotts wortt schickenn wie ein strosack zu einer sackpfeifenn.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
840
(
oobd.
,
1607
/
11
):
2 sackhpfeiffen mit ihren angehefften plasbälgen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
74, 955
;
Vgl. ferner s. v. 1.