sakman,
der / das
;
Kollektivum;
wohl Lehnübersetzung aus
lat.
sacculāriī
›Diebe, Plünderer‹
(
Georges, Neub.
2, 4227
).
›Plündertrupp‹; metonymisch: ›mit extremer Gewalt einhergehende Plünderung als Teil kriegerischen Handelns‹; überwiegend phras.;
zu 2,
1
4.
Gehäuft historiographische Texte.
Syntagmen:
j
. (z. B.
der keiser, das fusvolk, die feinde / haubtmänner, mannen / söldner
)
(den) s. auslassen / rufen, machen lassen, dem kriegsvolk erlauben, einen s. vor die stat lassen
;
der s
. (Subj.)
ganz gemacht werden, mord / schaden tun, die gegend verbrennen, über die juden / pfaffen, über die stat geschehen, sich von dem haufen teilen
;
jn. in das s. schicken, alles gut in den s. geben, sich über den s. stellen
;
der grosse s
.
Wortbildungen:
sakmannen
›plündern‹ (16. Jh.).

Belegblock:

Luther, WA (
1543
/
5
):
die vordraber, verloren hauff, streyffende Rott, cuiusmodi multos habet Turcicus Tyrannus, qui excursionibus subinde in vicinos grassantur. Austriaci vocant den Sackman.
Wunderlich, Fierrabr.
124, 24
(
Simmern
1533
):
sie wurden jrer heuser veriagt / jrer guͤtter beraubt / vnd wardt sackman durch die gantz Stat gemacht.
Gille u. a., M. Beheim
104, 474
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
da schiket man funff hundert | In das sakman.
Kurz, Murner. Luth. Narr (
Straßb.
1522
):
So wolt ich geben düppel sold, | Acht guldin iedem knecht in gold, | Vnd alles guͦt in sackman geben.
Doch hoͤren sie in allen sachen, | Wie man sackman gern wolt machen, | Die kloͤster brechen, das sie krachen.
Dierauer, Chron. Zürich
122, 25
(
halem.
,
1415
/
20
):
Und [...] verbranten die burg und machten sakman, won es was groß guͦt daruf gefloͤcht.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
so hat inen der herzog von Ferrer [...] vil edler erschlagen und gfangen, und al sinem kriegsvolk sakman uf si erlowt.
Tobler, Schilling. Bern. Chron. (
whalem.
,
1484
):
doch wart den armen lúten des iren vil genomen und wart ganz sackman do gemacht.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
E. 15. Jh.
):
do hieß der von Mayland alle burger von Beren ertöten, die gewalt hetten, und sackman machen.
Baumann, Bauernkr. Oberschw. (
schwäb.
,
v. 1542
):
Er belegert ayn statt Gunß, verlor etlich sturm und ful folcks, er gewanß aber nit, aber seyn streifete rot, der sackman, theten ful schades umb die Newenstat.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch. (
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Über der selben herren varund guͦt und dienner wolten sakchman machen die Pehaim.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
und chumen [die Turckhen] [...] mit zwain hawfen und hetten veldt pein der Metling vom suntag untz widerumb an den sambstag. Darnach taylt sich der sackman von in und verprannten und verhoreten die ganntzen gegend.
da lyessen sy den sackman aber aus.
Mollay, H. Kottanerin
9, 14
(
moobd.
,
1439
/
40
):
Nicht lang da warn wir zu Ofen vnd Sakchman vber die Deẅtschen geschach.
Leidinger, V. Arnpeck (
moobd.
,
v. 1495
):
di stat ward mit gewalt mit dem sturm gewunnen und sackman geruft und gross gut darin gefunden.