süd,
süden,
der
;
-s
oder
(für
süden
)
/–
.
›Süden, die Himmelsrichtung‹; als Metonymien: ›südlich gelegene Landschaft‹; ›von Süden her wehender (angenehmer) Wind‹; die poetische Reihung der Richtungen kann sowohl für ›alles, die gesamte Schöpfung‹ (s. u. den Beleg
Opitz
) wie für ›orientierungsloses Durcheinander, Unsicherheit‹ (s. u. den Beleg
Meisen
) stehen.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 1, 3, 2, 1; 2, 1, .
Wortbildungen:
süden
(Adj.) ›von Süden her wehend‹,
süderessen
›Mittagsessen‹ (dazu bdv.: ),
südig
›nach Süden hin gelegen‹,
südner
›Südwind‹,
südnisch
›nach Süden gelegen‹,
südost
›Südostwind‹,
südosten
(die Richtung),
südseite
›an der Südseite eines Orientierungspunktes‹,
südspitze
›Südpol‹,
südwest
›aus dem Südwesten‹ (dazu bdv.: 3),
sundert
›südwärts gelegen‹ (zum
-n-
in dieser Bildung s. ; dazu bdv.: ; im Orientierungsfeld mit , , ).

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Drie porten waren nordert | Eben uz gesundert, | Ostert, westert, sundert | Drie porten hete ir ieslich.
v. Ingen, Zesen. Rosenw.
18, 15
(
Hamb.
1642
):
wo die kuͤhlen Waͤlder stehn, | und des Sudens Kinder gehn / | Wo die guͤlden Thaͤler lachen.
Ziesemer, Proph. Cranc Jes.
21, 1
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
als di sturmwinde von sudewest
[
Mentel
1466:
von affrico
;
Wormser Proph.
1527:
westsud
;
Froschauer
1530:
raͤgenwind
;
Eck
1537:
sudwind
;
Luther
1545:
vom Mittage
]
komen von der wuste.
Ebd. Hes.
20, 46
:
menschenson, setze din antlitz widir den weg des sudyn
[
Mentel
1466:
mittags
;
Luther
1545:
gegen dem Sudwind zu
],
troyfe keyn sudostin
[
Mentel
1466:
zu affrica
; nd. Bibel um 1478:
to dem iodeschen rike
;
Wormser Proph.
1527:
sudyn
;
Dietenberger
1534:
sudwind
;
Luther
1545:
gegen dem Mittage
]
und wissage wider den walt des mittagis gevildis und sprich zu dem mittagis walde.
Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
nu sta uf du nordin wint, | der sudene der kume sint | und durchwehe minen garten.
ich sage ab iz uch nicht vorsmete, | do der sudene wint wete.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Kum, wint von sûden, und durchwæje mînen garten, daz mîne wurze vliezen!
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
2058
(
Köln
1476
):
Myslych malchs gemoede wart | Dayr bynnen dorch groysse zweyuart | Vnuerwyssen den getroysten, | Jdt wart dayr suyd, west ind oesten.
Schmitt, Ordo rerum
190, 4
(
rhfrk.
,
1414
):
mittagessen [...] sueder esßen.
Alberus (
Frankf.
1540
):
Auster meridies. Mittag / Sud.
Ralegh. America (
Frankf.
1599
):
Diese Weiber wohnen an der Suidseiten deß Flusses in der Prouintz oder Landtschafft Topago.
Darumb er denn durch die Außfluͤß vieler grosser Wasser herdurch fuhr / die alle in den Oronoque lieffen / von Suid vnd Nord.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
So wechset vrost, der cle und gras | Verstellet und was grune was. | Aber her von dem suden sich | Di vlyz irgyzen mildeclich.
Jahr, H. v. Mügeln
922
(
omd.
, Hs.
1463
):
das tor gein süden was gericht.
Ebd.
2332
:
Der himmel zwene zirkel hat: | der erste hin gein süden stat.
Opitz. Poeterey
37, 32
(
Breslau
1624
):
Den donner / reiff vnd schnee / der wolcken blawes zelt / | Ost / Norden / Sud vnd West in seinen
[Gottes]
dienst bestelt.
v. Ingen, Zesen. Ged.
389, 14
(
Breslau
1641
):
Er [Caisius] weiset und lehret uns die Anapaͤsten / | So werden sie loben Ost / Suͤden und Westen.
Voc. Teut.-Lat.
ff vjr
(
Nürnb.
1482
):
Suden ein vierteil dʼ werlt das do leit gegẽ mittemtag.
Ebd. :
Sudost. ein winde. eurus.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Alle dörffer in dem vmring der stet vncz piz zu balach berrameth gegen sudichen teil
[
Eck
1537:
mittemtag
; nd. Bibel um 1478:
tegen dat suden
, 1522 /
Luther
1545, Jos. 19, 8:
gegen mittag
]
daz ist daz erb der kinder symeon.
Die nordnischen schatzheuser vnd die sudnischen
[nd. Bibel um 1478:
van suden
;
Luther
1545, Hes. 42, 13:
gegen mittag
]
schatzheuser: diß seind die heiligen schatzheuser.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Sud. Meridies. Sudspitz. Polus antarcticus, Australis.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
der êrst haizt der sudenwint oder der sudener, dar umb, daz er von sudem fleugt, daz ist von mittem tag her gegen norden.
daz des sudenwindes gesellen haizent der reht sudnær und der tenk sudnær.
wan wenne der nordenwint wæt, sô vliegent si gegen suden, daz ist gegen mittem tag.
Ralegh. a. a. O. ; .