rumredig,
rumrätig,
rumredisch,
im älteren Frnhd. auch
rumreitig,
Adj.;
das Nebeneinander der Formen im zweiten Kompositumglied lässt sich durch Fortführung und Vermischung von
mhd.
ruomreitec
›(sich) Ruhm zubereitend, rüstend‹
(belegt durch
ruomreiticheit
›Prahlerei‹
) und md.
ruomerêden
für
mhd.
ruomreiten
›gloriari‹
erklären (; ).
›prahlerisch, aufschneiderisch; selbstgefällig, stolz‹ (von Personen, Sprechhandlungen, Haltungen); zu (
der
) 3.
Syntagmen:
j. r. sein, auf erden, mit begier r. sein
;
sich r. halten
;
das rumredige geschrei / sagen, die rumredigen landsknechte / prediger, bulersachen / worte
.
Wortbildungen:
rumredigkeit
(dazu bdv.: ).

Belegblock:

Luther, WA (
1532
):
Solchs solten jene rhumretige prediger treiben, weil sie wollen des Gesetzs meister gescholten sein.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Wan ire rumreytige wort | Von erst er strafet also vort.
Mylius (
Görlitz
1577
):
Arrogans Rhumretig.
Opitz. Poeterey
20, 29
(
Breslau
1624
):
Die Comedie bestehet in schlechtem wesen vnnd personen: redet von [...] ruhmraͤtigen Landtsknechten / buhlersachen.
Bell, G. Hager
373, 1, 7
(
nobd.
,
1615
):
Die mit be gir | Rum rettisch sint auf erden.
ruͤhmung / ruhmredigkeit [...] Arrogantia.
Vgl. ferner s. v. .