reuse,
reusche,
die
;
-Ø, -en/-en
;
im Alem. Stammsilbe nicht diphthongiert.
›geflochtener Behälter; Korb‹; überwiegend speziell: ›Fischreuse; korbartige, trichterförmige Vorrichtung zum Fischfang‹; häufig im Orientierungsfeld mit
1
5, 2, 1.
Bedeutungsverwandte:
, , 1, 1, 3, , 1, ; vgl. , 3.
Syntagmen:
reusen aussuchen / auswerfen / eingraben / einlegen / gebrauchen / haben / legen / machen / niessen / setzen / teilen / zerzerren, (oben) bedecken, stehen lassen, in den bach legen, wüst liegen lassen, jm. die reusen heben, aus den lagern ziehen, die hochdeutschen
(Subj.)
kisten und käfige reusen nennen
;
schöne frauen reusen sein
;
j. fische aus den reusen hinwegtragen, fische
(Subj.)
in die r. hineinschliefen / kommen, in der r. liegen, j. etw. in die r. legen, kerder
›Köder‹
in reusen gebrauchen, (jm.) die fische in die reusen bringen / treiben, frösche in die r. tun, in / mit der r. fangen, in der r. behalten / haben, der otter
(Subj.)
sich in der r. verkreusen, j. mit dem schif zu der r. faren
;
die reusen der fischer
;
die abhängenden / grossen / leichten reusen
;
die r. mit fischen
.
Wortbildungen:
reusenlegen
,
˹
reuser
,
reusener
˺ ›Fischer, der mit der Reuse arbeitet‹ (dazu bdv.:
1
, ).

Belegblock:

Luther, WA (
1526
):
Denn da hat der mensch angel, netze, garn, koͤrbe, reusen und allerley geruͤst, das man sie [fissche] fehet und frisset.
Rudolph, Qu. Trier (
mosfrk.
,
1465
):
Die rusener sint eyme herren zwo ferde schuldig ym frone zu fischen.
Gille u. a., M. Beheim
189, 192
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
reüsen und necz [des teufels], das sein | schon frauen, die da cziehen ein | den menschen czu ewiger pein | und in die hell abgrunde.
Sachs (
Nürnb.
1550
):
Komt uns der feist fisch in die reussen.
Ebd. (
1548
):
Dein fisch allsand | Sind gangen auff das trucken land. | Drumb such drey grosse reussen auß!
Ebd. (
1565
):
Ich fach ser guete fisch an mangel | In der seg, reusen und am angel.
Roder, Stadtr. Villingen (
önalem.
,
1371
):
das si in den wassern uff der Brúgen und dem Holenbach weder mit korben, rúsen, kurbli noch mit kainem geschürr versetzen [sollen].
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
721, 11
(
halem.
,
1470
/
1
):
och im [herrn Bernhartten Gradner] ettlich visch uß den netzen und rúschen hin weg getragen haben soͤllent.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
1, 89, 17
(
halem.
,
1508
/
16
):
[der wurm] kroch vorhin gegen dem wasser in ein rúschi, darin er sine eier gelegt.
Ebd.
190, 11
:
nu han ich [vischer] dri fisch in einer rúschen.
Adomatis u. a., J. Murer. Zorob.
162
(o. O.
um 1575
):
Dann das ich mich nach fischen stelt | die hab ich nun gantz ußerwelt | Salmen und Hecht ouch vil der Trüschen | Aeschen und Barben in der Rüschen.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1412
):
welicher reuschen legt [...], ist verfallen um 72 ₰ und darzu die visch.
Ebd. (
14. Jh.
):
omnes piscatores qui dicuntur vulgariter segenser leiner reusser.
Ebd. (
1533
):
ob ainer oder mer bei der nacht vischen und den vischern irn zeug oder reischen bei tag oder nacht heben und allso begriffen wurd.
Mell u. a., Steir. Taid. (
m/soobd.
,
1523
):
Es sol auch niemants [...] nicht vischen, auch weder nachtschnuer und reuschen nit geprauchen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1590
/
4
, Hs.
17. Jh.
):
und soll das reischenlegen wehrn biß zu ent des monaths mai.
Ebd. (
1617
, Hs.
1646
):
es sol auch nüemant kain reüschen in die Mhuer legen ône des lantrichters willen.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl. Anm. 6;
Kollnig, Weist. Schriesh.
162, 18
;
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
177, 3
;
185, 30
;
189, 10
;
194, 29
;
198, 24
;
V. Anshelm. Berner Chron. ;
Voc. Teut.-Lat.
aa viijr
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;