rendeln,
V.;
mit Assimilation
renneln,
rellen,
mit Rundung
röllen
;
zu
mhd.
rendeln, renlen
und
rellen
›schroten‹
().
›etw. (Getreide, Hülsenfrüchte) enthülsen, schroten‹; wohl auch: ›etw. grob zerkleinern, quetschen‹.
Meist halem.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (V.) 4, 2, 2.
Gegensätze:
2
1; 2.
Wortbildungen:
˹
relle
,
rölle
˺ (
die
) ›Vorrichtung in der Mühle zum Schroten des Getreides, Schrotmühle‹ (dazu phras.:
in der relle sein
›verspottet werden‹; von Personen gesagt; ›in der Herstellung, in Vorbereitung sein‹; von unpersönlichen Bezugsgrößen gesagt),
röllenstein
›Mühlstein der
rölle
‹.

Belegblock:

Leisi, Thurg. UB
8, 609, 3
(o. O.
1387
):
hett jeman korn uff der rellen, wett denn ain hußgnoß nit empären, so sol der müller, was ob dem stäg ist, ußschöpffen und dem hußgnossen uff schütten.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
15. Jh.
):
gerendelt arbeis 52 ₰.
Argovia (
halem.
,
1484
):
derselb müller sol nit me von einem mütt kernen nemen, dann ein yme kernen, vnd den mütt kernen darumb röllen vnd malen.
UB Zug
1236, 19
(
halem.
,
1479
):
wenn sich zuͦ zitten darzuͦ fuͦgte, das sich soͤlich roͤllenstein oder múlistein [...] verslissen oder gebrochen unnútz wurden, soͤllent sÿ alwegen ander guͦt an dero stat tuͦn.
Ebd.
1794, 12
(
1501
):
das múlÿhus, darinn ein roͤllenn und zwo múllÿ und ein stampff sindt.
Boner, Urk. Aarburg
220, 9
(
halem.
,
1590
):
Wann [...] jemand [...] sin eigen korn mit sinen eignen ross oder wagen den berürten mülleren [...] ze malen oder zuͦ renlen zuͦfüren welte, dem [...].
Kottinger, Ruffs Etter Heini (
ohalem.
,
1538
):
ein sach gat für, ist in der rellen, | die wirt unns schaden, ist nit guot, | und nimpt mir alle fröüwd und muot.
Maaler (
Zürich
1561
):
Gerellet bonen. Fressa faba.
Rellen / Korn rellen. Deterere frumẽta, Pinsere, Frangere molis. Verspottet werden / vnnd yederman in der Rellen seyn.
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Schweiz. Id. (mit Ausdifferenzierung).