reiber,
der
.
›Person, die (neben dem
bader
) in einer Badestube tätig ist und u. a. die Badenden abreibt‹; vereinzelt mit obszönem Fokus: ›(im Bad tätiger) Mann, der Frauen sexuell befriedigt‹;
zu 1.
Bedeutungsverwandte:
1, ; vgl. .
Syntagmen:
j. einen r. haben wollen
;
der r
. (Subj.)
herkommen / schreien, den kessel heizen, das wasser aufheben / behalten, niederkleid anhaben
;
dem r. ein viertel haber geben
;
der r. im bad
;
der gute r
.
Wortbildungen:
reiberampt
,
˹
reiberin
,
reibermagd
(a. 1536)˺ ›weibliche, in einer Badestube tätige Person‹ (dazu bdv.: vgl. 1, ),
reiberlon
(dazu bdv.: vgl. ).

Belegblock:

Lichtenstein, Lindener. Katzip.
9
(o. O.
1558
):
ein badknechte, der die jungen holdseligen diernlein imm badt wol reyben kundt, dem sie nit feindt waren, wie dann ein yede ein guͤten reyber haben will.
Voc. Teut.-Lat.
aa vijr
(
Nürnb.
1482
):
Reyber oder reyberin in einem bade.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 678, 29
(
schwäb.
,
1530
):
doch sollen bader und reiber in allweeg niderklaid anhaben und die weiber
[die im Bad arbeiten]
hembder, so sie in der man stueben gehen.
Ebd.
680, 38
:
Reiberambt. [...] den kessel soll der reiber haizen und soll ihm der bader daß holz darzu zu der badstueben fueren.
Ebd.
681, 1
:
wan man bad hat, mag der reiber am abend darvor [...] daß wasser im Ölbrunen aufheben und behalten, biß daß bad auß ist.
Ebd. 6:
welcher im reiberlohn ist, da gibt ain jegliches, welches dem bader ein viertel roggen gibt, soll dem reiber ain viertel haaber geben.
Bastian u. a., Regensb. UB
115, 12
(
oobd.
,
1357
):
in die patstuben auf dem Graben einen drivachen leineinen slayr, den drein reyberinn doselben [...] ein pflamvedreins pet.
Sappler, H. Kaufringer
9, 92
;
Gehring, a. a. O.
679, 12
;
Müller, Stadtr. Ravensb.
129, 17
;