recept,
das
,
auch
die
;
–/-Ø
;
aus
mlat.
receptum
›erhalten‹
;
bezogen auf einen Vermerk über den Empfang der Verschreibung (
Kluge/S.
2011, 765
; vgl. ).
›Verschreibung, (ärztliche) Anordnung zur Herstellung eines Medikaments‹; gelegentlich metonymisch: ›Medikament, Medizin‹; auch allgemein: ›(ärztliche) Empfehlung, Vorschrift (eine Lebens-, Verhaltensweise betreffend)‹; in spezieller Ütr. auf Maria: ›Heilsbringerin‹.
Seit der 2. H. des 15. Jhs.
Bedeutungsverwandte:
1, 1, ; vgl. , ,
2
2, 1.
Syntagmen:
j. das r. (von etw.) finden / machen / merken, jm. bieten / eingeben, in die apoteke tragen, der doctor jm. das r. schreiben
;
das r
. (Subj.)
probiert sein, die recepte etw. sagen
;
Maria das r. sein
;
die arzeneien
(Subj.)
aus dem r. fliessen, j. jm. durch recepte helfen, j. in dem r. dieses für das nemen, in den recepten zuflucht suchen, die namen verkert sehen, dem apoteker verborgene wort schreiben
,
nach dem r. leben
;
das r. des stichapfels, der apotekerin
;
das deutsche / falsche / irre / ware r
.;
die ordinierung der recepten
.
Wortbildungen:
receptbuch
(dazu bdv.: ),
receptschreiber
.

Belegblock:

Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1563
):
Der doctor [...] schreib im
[
taglöner
]
ein recept, befalch ihm das in die apotecken zuͤ tragen.
Fischer, Folz. Reimp.
43, 696
(
Nürnb.
1491
):
So wir nun gnug gepadet han | [...] und auch gelept | Dem arczet nach und seim recept | [...] | Ist nun not, das wir [...] | Vermeiden, was weiter sei schad.
Ebd.
44, 156
(
1482
):
Ein pisemapfel mag man dragen, | Gemacht als die recept das sagen.
Ebd.
45, 290
:
das ander regiment in der sterckung des herczen [...] enpfil ich den doctorn und apteckern, auf das die von den ungelerten nit unrecht verstanden werden, wan ich gar in fil deutschen recepten die namen verkert gesehen hab.
Sachs (
Nürnb.
1565
):
Dem
[
mensch
]
kan ich helffn [...] | Durch ein sirob oder recebt.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
Hört der Schmertz auff von stund an nit, | Wirds doch auffs wenigst erger damit. | Das Recept ist probiret schon.
Sudhoff, Paracelsus (
1536
):
Das recept [...] die selb ist das. ir nemen die wurzel vom bilsen und dieselb mit rosenessig wol digeriren nach art der sonnen.
solchen leuten
[
sophisten
]
ir sachen zu verantworten nit not were, man ließ sie poetisch arzt bleiben, rethorisch receptschreiber.
Menge, Laufenb. Reg.
5656
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Wonn hieuon vindet man gar schon | Recept vnd ouch confection.
Geier, Stadtr. Überl. (
nalem.
,
1555
):
ain gerecht receptbuͦch oder dispensatorium jüngstlich [...] im truck ußgangen.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1452
):
sol kein appategger in keiner recept [...] nit diß fur dz neͣmen.
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel
162
(
schwäb.
,
1455
):
Du
[Maria]
bist das waur recept, | Daruß all ertzny fliessen.
Rot
345
(
Augsb.
1571
):
Recept, Eingenommens ding / dz ist ein Artzney / da man mehr stuck zusamen nimbt.
Munz, Füetrer. Persibein
40, 1
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Sein recept er schnell machet | vnnd potts dem iungen zieren.
Österley, a. a. O. ;
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
11, 6
;
Geier, a. a. O. ;
Sudhoff, a. a. O. ; ;
Welti, a. a. O. ;
Vgl. ferner s. v. (Adj.) 7, 2, , 1, .