rebman,
der
;
-s/rebmänner
oder
rebleute
.
›(abgabenpflichtiger) Weinbauer, Besitzer eines Weinbergs; Lohnarbeiter, Tagelöhner im Weinbau‹; speziell: ›Angehöriger der Weinbauernzunft‹;
rebleute
in den Belegen besonders auch in tropischem Bezug auf die am oberdeutschen Bauernaufstand von 1524/5 maßgeblich beteiligte Zunft;
vgl. 1; 4,
1
6.
Gehäuft wobd.; Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
2, 1, , .
Syntagmen:
der r
. (Subj.)
in der stat sitzen, die rebe(n) pflanzen / setzen / zweigen, einen weinberg haben, die rebleute
[wo]
liegen, geld mangeln, des weinbaus erfaren sein, auf das rebwerk gehen, mit dem messer schneiden
;
j. den rebleuten x schilling geben / verleihen, etw. abstricken, got
(Subj.)
den rebleuten seinen weinberg in beständnis geben
;
j. etw. über die rebleute ordnen / setzen, mit einer schlachtordnung über die rebleute ziehen, j. zu den rebleuten laufen
;
der himlische r
.;
der kerzenmeister
(›Zunftvorsteher‹),
die zunft der rebleute
;
die aufrur mit den rebleuten
.

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
562, 18
(
Lübeck
1639
):
Was fuͤr Leut zu Obrigkeit zusetzen / lehrt GOtt in dem / da er seinen Weinberg verliehen / das er den nicht Kraͤmern vnnd Handwerckern / sondern Rebleuten / die des Weinbaws erfahren / in bestaͤndnus geben.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
99, 1
(
Frankf./M.
1568
):
Der Rebmann
. [Überschrift]
Ich bin ein Haͤcker im Weinberg | Jm Früling hab ich harte werck.
Adomatis u. a., J. Murer. Nab.
161
(
Mühlh./E.
1556
):
Es sitzt ein Raͤbmann in der statt | Der einen schoͤnen wynberg hatt.
Geier, Stadtr. Überl. (
nalem.
,
A. 16. Jh.
):
ist der oder die sölichen unbuw getan haben, der reblüt zunft, so söllen die schower den iren zunftmeister angeben.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1373
):
Wir haben ǒch geordnot vnd gesetzet vͥber die rebluͥte, daz man einem ieglichen vnder inen, so mit dem messer schnidet, alle tag sol geben [...] vier schilling alter phenning.
Schib, H. Stockar
119, 3
(
halem.
,
1520
/
9
):
Uff mittwuchen [...] uberzugend min heren gros und klian ratt [...] uber die reblütt für die frighatt darin die re(b)lütt lagand, mit ainer schlachtordnung.
Ebd.
155, 24
(
1527
):
lies man dem Dischmacher von Halow den kubf abhuwen [...], das er so mierdest gehandlat hatt [...] in unser uffrur mit den reblütt.
Rennefahrt, Zivilr. Bern (
halem.
,
1613
):
Jedoch wellend wir den raͤblüthen, wo sy gelt [...] manglend, uff ir wimmet zuͦ entlehnen nit abgestrickt haben.
Müller, Stadtr. Ravensb.
246, 26
(
oschwäb.
,
1425
):
doch umb die zúnft die da bisher gewerb verkouft hand, als die reblút [...], das mugend si oͧch fúro also halten.
Welti, a. a. O. ;
Boner, Urk. Aarau
719, 6
;
729, 4
;
Kocher, Rechn. Schönenwerd
177, 83
;
Schib, a. a. O.
116, 20
;
Bremer, Voc. opt.
25001
;
Vorarlb. Wb.
2, 674
.
Vgl. ferner s. v. 11, 4.