raupe,
die
;
-Ø/-n
;
überwiegend im Plural verwendet.
›Raupe, Kohlraupe‹; in den Belegen durchgängig negativ konnotiert als: ›Pflanzenschädling, Ungeziefer‹; speziell: ›(biblische, apokalyptische) Plage‹.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 1; 3 , , , , , ; vgl. 1.
Syntagmen:
raupen lesen
;
die r
. /
raupen
(Subj.) [wo]
nisten, jn. plagen, die früchte, alles fressen, felder abätzen, sich rümen, an die bäume kommen, sich an die bäume legen, von den bäumen abfallen
;
etw
. (Subj.)
viele raupen bedeuten
;
der r
. (Dat.obj.)
entraten
;
die gattung der raupen, die plage der raupen
;
das land vol raupen
.
Wortbildungen:
raupengeschmeis
,
raupennest
,
raupensterz
›Hinterteil der Raupe‹,
raupenwurm
.

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
842, 14
(
Lübeck
1639
):
Raupen vnnd Ratten / kan man auff Erden wol entrahten.
Luther, WA (
1544
):
wie ein guter apffel bawm darumb nicht boͤse wird, ob wol das unzifer und raupen geschmeis etlich seiner fruͤchte verderbet.
Ebd. (
um 1535
):
Rüme dich rüplin / dein Vater ist ein kolwürm.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
330, 2171
(
Magdeb.
1608
):
Ob er gleich hat zehn ander Fuͤß. | Wie deß Regenwurms vnd Raupenstertz / | Wenns jhm gefelt / geht hinderwerts.
Ebd.
542, 1142
:
Die Raupn / Mucken vnd Hewschrecken / | Noch haben sie Pharao geplagt / | Vnd bey nah aus dem Land verjagt.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Hieze got den engel varn an einen boum und hieze in dar abe rûpen lesen.
Alberus (
Frankf.
1540
):
ein raup / krautwurm [...], klebt hart an / frißt die koͤl / garttenkreutter / vnnd baumbletter.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
121, 18
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Ir sollet erkennen siechthumb, wann sich die spinnen, raupen, zweifelter, amessen oder ander ungezifer an die jungen beume legen.
Ebd.
257, 18
:
Wo sich das laub von den beumen in diesem monat nicht gerne scheidet und abfellt, bedeutet es einen kalten winter und den künftigen sommer viel raupen.
Schottenloher, Flugschrr.
98, 11
(
Würzb.
1523
):
Das was eyn schedlich raupen nest.
Maaler (
Zürich
1561
):
Inger Ein gattung eins raupen oder graßwurms.
Diehl, Dreytw. Essl. Chron. (
schwäb.
,
1558
):
Plag der ruppen oder kruttwyrm im 1558 jar
(Kapitelüberschrift).
Chron. baier. Städte. Regensb. (
noobd.
,
1537
):
Diß jars im früeling het es mechtig unerhört vil rappen [...], wugs kain obs.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Auch gleich diser zeit ist am ersten in unserm land der prant in dem waitz gesehen worden und die rappen, das gewürm an die päum komen.
Eggers, Psalter
189, 4
;
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
146v, 4
;
Schottenloher, a. a. O.
98, 26
;
Vgl. ferner s. v. 1.