rasend,
part. Adj.
›wahnsinnig, verrückt, außer sich‹ (aus Sicht des Sprechers das Handeln, Aussehen u. dgl. einer Person charakterisierend); mit verschiedenen Abstufungen auch: ›wild, unbeherrscht‹; ›tobsüchtig, wutschäumend‹; in 1 Beleg als intensivierendes Gradadverb verwendet; bezogen auf Einstellungen, Haltungen und daraus resultierende Handlungen häufig: ›wahnhaft‹; ›gottfern, orientierungslos‹; von Raubtieren: ›wild‹; speziell von Hunden, Wölfen auch: ›tollwütig‹; zu (V.).
Gehäuft nrddt. / md.
Bedeutungsverwandte:
2, 3, (Adj.) 3, , , 2, 1; 2, 1; 3; 6, 1; 2; 4; 7, 3, (Adj.) 3, 2, , , , , , ; vgl. 2, 3, 1.Syntagmen:
j. / etw
. (Subj., z. B. der hund, die welt, js. angesichter
) r. sein / werden, r. tol sein
; der rasende glaube / hund / mensch, die rasende liebe, die rasenden hermaphroditen / juden / leute / narren / tiere / wölfe
.Belegblock:
Er [Gott] gedenckt also: Ich habe wilde unvernunfftige tolle rasende thier ynn der welt, Wolff, Beren, Lewen ec.
ja er [Christus] macht sie [heuchler und werckheiligen] rasendig toll und toͤricht.
weren doch die Juͤden mit keiner Plage und Marter gesettiget gewesen, Sondern aus grosser Rasenheit und teufelischer Bosheit hetten sie geschrien.
[Tuͤrcken und Heiden] reden aber davon [von Gottes recht erkentnis] wie ein Blinder von der farbe, ja als rasende, unsinnige Leute, vom Teufel verblendet und verstockt.
gehen die Goͤtzen diener, Wuͤcherer, Geitzwenste dahin, blind, verstockt, wahnsynnig, tol, toricht, besessen, rasend.
jederman dem Krieg zuleufft / | Als wenn sie weren rasend toll.
was ein plage ind ein raserie umbtrint Coellen 4 milen van rasen wolven, die honde, perde, verken, ganse ind ouch etzliche luide ind ander beesten bissen.
Plato vermahnet seine Discipulos [...] wenn sie truncken weren selbsten [...] jre Angesichter fleissig zu beschwawen wie scheußlich vñ rasent dieselbige seyen.
unmogelichen ist ouch das | das eines menschen hertze etwas | ruwe umme sine sunde gewynne | da di rasende liebe stecket ynne.
Ist ein armer Mann [...] von einem rosenden Hund gebissen und mit dessen Gift inficieret und des dritten Tages Todes gestorben.
Klett, J. v. Soest
2, 901
; Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
134, 20
; Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 378, 19
; Voc. Teut.-Lat.
bb iijr
; ‒
Vgl. ferner s. v. (V.).