raden,
der
,
auch
1
rade,
die
,
radel,
Genus (?);
-s/–
;
zu
mhd.
rate, raten
›Raden, Unkraut im Korn‹
();
zur Verbreitung der Nebenform
radel
s. .
›Unkraut (im Getreide)‹; meist: ›Kornrade, Agrostemma Githago‹; ›Taumellolch, Lolium temulentum‹; auch: ›Acker-Schwarzkümmel, Nigella arvensis‹; gelegentlich auch eine Heilpflanze bezeichnend.
Zur Sache:
Marzell
1, 153
 ff.; 2, 1366 ff.; 3, 318 f.
Bedeutungsverwandte:
, 3, , , 2, (
der
), , 1, , ; vgl. , (
der
), .
Gegensätze:
2, .
Wortbildungen:
radendistel
,
radenkraut
(dazu bdv.: 1),
radensamen
(dazu bdv.: ),
radenwurzel
(dazu bdv.: ),
radig
›voller Unkraut‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1531
):
er [Schalck] ist in und unter der Christlichen Kirchen, gleichwie Meusedreck unter dem Pfeffer und Rhaden unter dem Korn ligt und hilfft den Scheffel fuͤllen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
240, 6049
(
Magdeb.
1608
):
Reinick must auch in henden haben / | Raden wurtzel / vnd Teschel kraut.
Quint, Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Dar umbe daz etwenne raten under daz korn vellet, dar umbe ensol man daz edel korn niht verwerfen.
Krebs, Prot. Spey. Domkap.
1, 26, 2
(
rhfrk.
,
1500
):
Uf herrn Martin Pfisters anbringen des zehend korns zu Lushaim bescheen, das dan vol radels sein soll.
Ebd.
627, 3
(
1502
):
Ist herrn Micheln von Breidt [...] bevolhen worden, das korn von dem zehenden [...] durch meyn herrn gesamblet und das radig ist, fegen zu lassen.
Alberus (
Frankf.
1540
):
erynge, iringis, [...], eberwurtz, Wallendistel, brachendistel, radendistel, distelkopf, iringel, manßtreu.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
29, 24
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
bei weize raten [...] und bei weiben unweib müßen wesen.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. (
osächs.
,
1343
):
dô di lûte slîfen, dô quam sîn vient und ubirsêwite râten
[
Mentel
1466:
milben
;
Emser
1527:
respen
;
Eck
1537:
wickẽ
;
Luther
1545:
Vnkraut
]
in mitten des weiszes.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
205v, 15
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
Wer aber haͮt / rufen vnd geswer [...], der / stosse ratten mit spek vnd salb das hopt da mitt.
Sudhoff, Paracelsus (
1529
/
32
):
der teufel [...] ließ sein radios auch mit zufallen, und die nebenkreuter mit seinem ratensamen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
Zizania haizet ratenkraut und haizt auch ze latein lolium und haizent ez etleich unrât. [...]. wer des krautes sâmen izt, den macht er trunken und unsinnich.
Bremer, Voc. opt.
13147
;
13148
;
v. Maren, Marquard. Ausgabe
127, 14
;
Voc. Teut.-Lat.
aa iiijv
;
Schles. Wb.
2, 1082
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 225
.
Vgl. ferner s. v.
2
1.