rabbi,
der
;
–/-Ø, -n
;
auch
rabin,
der
;
–/-en
; teils mit lat. Flexion;
über
kirchenlat.
rabbi
aus
griech.
rabbí
, dies aus
hebr.
rabbî
›mein Lehrer‹
, Anredeform zu
rav
›Herr, Lehrer‹
(
Duden, Das gr. Fremdwb.
2007, 1137
).
›jüdischer Schriftgelehrter, (Gesetzes)lehrer, Geistlicher; Meister, Lehrer, Vater‹; häufig als ehrenvolle Anrede, Ehrentitel, im Rahmen antijudaistischer Diffamierung aber auch verhöhnend und beleidigend.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 1, 5,
1
2,
2
2, 3, , 1; 2, ; vgl. .
Syntagmen:
r
. (Pl.)
finden
;
jn. r. nennen, die phariseer
(Subj.)
sich r. heissen lassen
;
r
. (Subj.)
meister bedeuten, der r. etw
. [wie]
deuten, in andacht liegen, jn. zu got weisen, hinter der sau stehen, gefangen / weggefürt werden, rabini prediger sein, alle rabinen etw. vermögen
;
j
. (z. B.
Christus
)
js. r. sein
;
Jesus für einen r. erkiesen, j. von einem r. etw. vernemen
;
r
. [+ Eigenname];
der gute / jüdische r., die rechten rabini, die verfluchten rabinen
;
der verstand, die glosen der rabinen
;
das wort r
.
Wortbildungen:
rabbinisch
(auch subst.; dazu bdv.: ),
rabbist
.

Belegblock:

Chron. Magdeb. (
nrddt.
,
1549
):
Imselben
[sic!]
Jare den 23 Aprill [...] ist Michel Jude, der Juden Rabi der Konig [...] gefangen und weggefüret.
Luther, WA (
1537
/
40
):
last Christum euern Rabi, euern pfarher und Bisschoff oder prediger sein, ir sollet alle seine schuler bleiben.
Ebd.
39
/40:
Es sol ein wort, ein Christus, eine Tauff, ein Gott und vater aller sein. Das thetten nu die Rabinichen nicht, wie den unsere Munche auch solche Rabinichen waren.
Ebd.
449, 17
:
Das sind die rechten Rabinij. Der Teufel kompt gerne in die Rabisten, die do wollen gesehen sein.
Ebd.
452, 23
:
es soll alles dohin gehen, das der Rabbi, vater und herr dich weisen zu dem einigen Gott, auff das zwitracht [...] vermidden werde.
Ebd. (
1544
):
[er] wil ihn die pharisaischen, Rabinischen gedancken ausm hertzen nemen.
Ebd. (
1543
):
Hinder der Saw stehet ein Rabin, der hebt der Saw das rechte bein empor
(hier als Diffamierung).
Ebd.
644, 24
:
Darumb wil ich hiemit widerumb ein urteil uber die verfluchten Rabinen sprechen.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Joh. (
osächs.
,
1343
):
Jhêsus sprach zuͦ ir: „Maria!“ Und si kârte sich umme und sprach: „Rabôni
[
Mentel
1466:
Rabboni
;
Luther
1545:
Rabuni
]
!“ das ist gesprochin: meister.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
15. Jh.
):
wir wolten auch rabi vinden, die es anders auß legten.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
1517
/
8
):
die zwelf boten frane | Jesus fur einen raby gut | Auf erd hand ausser koren.
Dietrich. Summaria
30r, 17
(
Nürnb.
1578
):
denn wie sich die Phariseer liessen Rabi vnd Vatter heissen / als weren sie es / die alles allein wuͤsten.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
also [Er] krafft dieses la Gamba [Bryllenrohrs] mehr vermag, alß alle Rabinen mit ihrem Schemhamphoras je vermögt haben.
Rot
344
(
Augsb.
1571
):
Rabi, Jst ein Hebraisch wort / heyst Meyster oder Lehrer.
Luther, WA ; ; 8;
450, 8
;
451, 32
; ;
644, 31
;
J. W. von Cube. Hortus
121, 36
;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Joh. ;
Fischer, Folz. Reimp.
9a, 110
;
Rwb  f.;