quer,
twer,
wobd. überwiegend twerch,
zwerch,
Adj.
/ Adv.;
– Hohes Wortbildungspotential.1.
›die Breite, Länge eines Sachverhalts bzw. den Zwischenraum zwischen zwei Punkten betreffend‹; ›längs‹.Älteres bis mittleres Frnhd.
Phraseme:
ein querer finger
›ein Finger breit‹; eine quere hand
›eine Hand breit‹; ˹quer über (die) nacht, die quere nacht
˺ ›die ganze Nacht (über), vom Abend bis zum Morgen‹.Wortbildungen:
˹ 1, 1˺ ›der Länge nach; längs‹ (Kasusadverb),
querches
twerches
˹ (a. 1375), , , ˺ Längenmaße, die sich an der (durchschnittlichen, idealtypischen) Breite der entsprechenden Körperteile orientieren.
querdaumen
querfinger
querfus
querhand
Belegblock:
Item of die van Lydberch den morder hedden gevangen, den suͦlen sy setten in den vurg. Sielhof ind halden den tewers over die nacht.
daz inerste wendichen zuͦ irme huse sal achte fuͦze und eynen tweresfuͦz vonme grunde uf hohe sin.
Der richter fraget, wie lang dann das statt-maß sein müste; saget sie: „Eine guͦte manns-spanne und zwen quer-finger drüber“, das wär die länge eins hawßmessers.
Welch man abir uz den vir milen gesezzen ist, der ist ein gast; deme sal man richten zu hant oder bezugen ubir di twere nacht.
Verner haben sie zu brechen von der stuffen iiiij lochter minus 3 querfinger an der Tanner schnur.
Also haben die von Sant Nicklas ii lochter iii virtel eines lochters minus i querhant aufs Andres Schreibers ort uffn Strimen zu brechen.
Würt aber die achsel oben durch vʼ wunt dry oder fier zwerch finger võ dem hals das ist eins dumen breit vnder der achseln.
der ainen [...] nagel nimt und legt in twerhs zwischen diu air, oder inwendig setzet den nagel aufgerihts, sô schadet in der donr niht.
Daz die pletten [ain grossew scheffung] gar vol an geladen was, daz Si kaum vmb ain twerche hant ob dem wasser was.
2.
›quer, diagonal zu e. S. liegend, führend, verlaufend‹; ›mitten durch‹.Phraseme:
˹über quer, quer über
˺ (mit Tendenz zur Univerbierung) ›in Querrichtung‹; auch: ›querfeldein‹.Wortbildungen:
querbank
˹ 2, 2˺ ›quer zu e. S.‹,
querches
twerches
quereisen
queren
querfeld
quergang
quergeschik
quergestein
querholz
querliegend
querlinie
quermauer
querrik
querschlag
querschnit
querstecke
querstrich
Belegblock:
van erer beider muren, de sal Peter verlengen dwers over der stellinge up den straten.
her hat do von gemacht die langen stangen und twerysen in die fenster.
Auf der grossen wiese, da den sommer das gelde viehe gehet, sol der heuptman querricken machen lassen.
Wenn denn die Maus nach dem gebeth / | [...] | Ergreifft in andacht den quehr stecken / | Wil mit eim kuß die wunden lecken / | So schlecht das Creutz vnd Klauß hernider.
Aber von denen die soͤlicher natürlicher kinder vatter oder muͦtter in der zwerch linien gesipt sind erben die natürlichen oder liebkinder nit.
Hette aber einer einen gang endtplost, gemut und bestetiget, finge deme zugut einen stollen an auf einen andern ader auf seinen gange ader durch quergesteine zu treiben.
so mochte derselb arme [mhan] queres uber den wegk zihen.
Eyn quartzslegel daz ist eyn qwerslag, den die zcwu gruben gein enander durchslahn mussen.
so lüfte die rinden unter dem obern querschnitt mit einem glatten beinlein auf beiden seiten von dem holze an dem stamme.
das die meil gemessen (werde) nicht nach dem richtsteige, auch nit aufs negst uber das querfeld, sunder nach der gemeinen straß, da man pflegt auf zu ziehen.
Sonnobent [...] hot uffgenomen Maz Jore und bestetiget eine fundgruben [...] uff dem quergeschigke.
Wolf Breter hot aufgenomen und bestetig eine fundgruben auf einem quergange ubig des Andres Unger lehen gelegen.
Michel Brixel hott aufgenommen ein erbstollin, angefangen, im querschlage bei den mittlern tiefften, mitt allen gebrauch, als ein erbstollin haben sol.
Linea / wird genandt / die reyhe der Cyphern von rand zu rand / diese durchschneiden / mit gleicher weyte abstehenden qverstrichen / die Columnen uber zwerch.
Sinus recti seind grade Linien inner dem qvadranten, angefangen von dem ende eines Bogens [...] herab gezogen / in den qver⸗liegenden radium desselbigen qvadranten.
die fanen querhes flugen von liehtem golde gemal.
Aber zwischen den zwerch linien felt man leychtlich. Dann etwan zeucht man die ding zu vil hineyn oder herauß, so werden dann die selben ding daselbst zu dick, duͤnn, breyt oder schmal
(hier im Sinne von: ›perspektivisch überdimensioniert‹). also nu die bürnenden schiffe under die brucke koment, do zerhiewent die uf der brucken worent die querchhöltzer und hocken an den schiffen.
Dann ob der schnit grad úber zwerch wer, so behielt er das regen wasser. Und sol sich ǒch nit ablaiffen an dem tail da das bross ist, sunder an dem andern tail.
wem diu augen rôt sein und krank, der nem kümelpulver und twer daz mit rautensaf.
Der tewfel nicht vergezzen hat, | [...] | Und tzaigt dem richter deine werich | Du macht nicht fliehen uber twerich, | Noch verslieffen in chain hol.
vß dem mittel haw: mach die zwerch zuͦ baiden sytten vnd den schaittler mitt der langen schniden; vnd stich im vnden zuͦ sinen gemächt.
mit [...] ainen swarczen schilt mit aim weissen strich über twerch.
murus transversus vulgo twer maur.
3.
›krumm, schief, schräg‹; ütr.: ›verkehrt, falsch, unwahr‹.Älteres Frnhd.
Phraseme:
war nicht quer
›wirklich wahr‹; jn. über quer ansehen
›jn. schief, argwöhnisch ansehen‹.Gegensätze:
.Wortbildungen:
˹ 3, 3˺ ›schräg, krumm‹,
querches
twerches
quergehen
Belegblock:
der Lewe / Wolff vnd Beer / | Duͤrffen mich nicht ansehen vber quehr / | Oder ich reiß jhn wider possen / | Das sie mercken mich habs verdrossen.
er begunde | Rucken twerhes und schief, | Er hengelhoubte, untz er entslief.