quas,
›mit Verschwendung (von Geld, Lebensmitteln) einhergehende Vergnügung, Feier‹; metonymisch: ›Gelage, Festessen‹; auch: ›Zechgelage‹.
Nrddt. und omd.
Syntagmen:
den q. abstellen / halten / wingern
; der q
. (Subj.) einen namen haben
; etw. im q. reden, jn. im q. erschlagen, etw. im q. gebrauchen, j. im q. leben, in quasen beieinander sein, sich in quasen befinden lassen, etw
. (Subj.) von quasen kommen
; der unnütze quas
.Wortbildungen:
quasig
Belegblock:
von was sachen das volk so merklichen abnimpt, ob es dor komme von köstlikeit der kleidung, der hochzeit, kindelbir, quosen oder derley.
das man [...] an heiligen tagen [...] quasserei und anderlei unzemeliche leichtfertikeit genzlich abelege.
Ouch haben dy bruder dirkant durch der messen wille, das der quos werde gewyngert
[›vermindert‹],
uff das dy messe nicht vorgehe. Wenn mich
[Andreas Karlstadt]
dunckt, das nicht wenig [...] nichts anders furhaben, denn das sie etwas newes fur andern, in tabern und im quast reden wissen. In der selben wirtschaft win | Getrunken wart in der moze, | Und in dem selben quoze | Godolias irslagen wart.
wanne god dem menschen gud bescheret | des her gebrucht in guder masse | unnd nicht in vollede adder in quasse.
Ebd.
2088
: das si sich bessern unnd vorwassen | unnd auch deste mynner quassen.
Ebd.
2103
: sant Pauwel zu den Romern schribet: | gedenckt das ir nuchtern blibet | unnd nicht lebet in grosseme quasse!
Ouch sal nymand kein quocz machen ader lazin machin czu kindelbrot
(›Festessen anlässlich der Taufe‹). dass ich mich ausserhalb der arbeidt ane redliche ursach nicht befinden wiell lossen sunderlich in kretschmen auf kirmessen und andern unnotzen quossen.
Quassiger. fressiger. crapulosus gulosus.
Erben, Omd. Chrestomathie
11, 26
; Wolf, Rothe. Ratsged. B
477
; Schmitt, Ordo rerum
691, 5
; Voc. Teut.-Lat.
aa ijv
; Schles. Wb.
2, 772
.