quartieren,
V.
– Überwiegend obd.
1.
›etw. in vier Teile unterteilen‹;

Belegblock:

Thiele, Minner. II,
14, 24
(Hs. ˹
wobd.
,
15. Jh.
˺):
Das jar in vierú geteilet stät, | yetlicher teil dry monet hät: | glentz, summer, herbst, wintter zit, | alßo das jär quatiert lit
, |
gemessen in vier glichú teyl.
2.
›etw. (z. B. farblich) von etw. absetzen, scheiden‹; ›eine Fläche mit Hilfe verschiedener Farben, Materialien in Felder unterteilen‹; in den Belegen überwiegend auf die (künstlerische) Gestaltung von Schilden, Wappen, Bauwerken bezogen.
Bedeutungsverwandte:
1
; vgl. 5, 1, 1.
Wortbildungen:
quartierung
1 ›Einteilung, Unterteilung‹; speziell: ›Goldscheidung durch die Quart‹ (bezogen auf den Goldgehalt der Legierung, der 25 Prozent betragen muss).

Belegblock:

Buch Weinsb. (
rib.
,
1592
):
ein quateirt wapen [...] mit dem sparkle und drei sternen im balken.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1449
/
50
):
ein groß burgrefisch streitpanier, swartz und weiß quartirt.
Sudhoff, Paracelsus (
1568
):
daher hab ich in Istria vilmals venerem uber die vier und zwenzig grad, in die acht und zwenzig gradus gebracht. also das goltfarb höher nit kommen möcht, bestendig im antimonio und quartirung und alles das ausgericht, das auszurichten ist.
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel
187
(
schwäb.
,
1455
):
Setz hie die ersten port | Gen Orient an das ort, | Von der ein mur würt gon | Gar meysterlich und schon | Quartiert gen occident.
Ebd.
306
:
Mit zeichen drw der spehen | Sind wol die türn geziert | Und meisterlich quartiert.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
die alten herren haben bedeutlichen diese quartirung bedacht und ire aigne handlungen artlicher nit künden an tag geben, dann ire wappen ire aigne zwitracht fürzumaln.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Den schilt man hat noch rainer lust | Gesehen dik vor seiner prust: | Smaragden gruͤn pei golde reich | Quartirt.
3.
›lagern, Quartier nehmen‹; auch: ›jn. stationieren, einem Bezirk zuteilen‹;
vgl. 4; 5.
Wortbildungen:
quartierung
2 (a. 1616; dazu bdv.: , 2, ,
das
, 4).

Belegblock:

Baumann, Bauernkr. Oberschw. (
schwäb.
,
v. 1542
):
Zu duser zeit wurden etlich raysug
[›berittene Kriegsknechte‹]
von dem schwebuschen bund angenomen, die wurden quartieret allenthalben im bunt.
Qu. Brassó
4, 237, 6
(
siebenb.
,
1653
):
30. Maii kompt Ihrer Fürstliche Gnaden mit vielem Volk in Burzenland gegen Marienburg und quartieret allda.
Ebd.
277, 13
(
1663
):
Fürstlich Gnaden Dragoner und Katner, so allhier in Burzenland zu quartieren verschicket werden.
Ebd.
279, 1
;